Wo und wie suchst du richtig nach einem Ausbildungsplatz?
Am besten suchst du an mehreren Stellen gleichzeitig: in Stellenbörsen, auf Messen, über Initiativbewerbungen und über dein persönliches Umfeld. Je früher du anfängst und je breiter du suchst, desto größer ist deine Auswahl.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir den passenden Zeitplan, die wichtigsten Suchwege und wer dir kostenlos hilft.
Wann solltest du mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz beginnen?
Fang so früh wie möglich an, am besten mehr als ein Jahr vor dem gewünschten Ausbildungsstart. Laut Bundesagentur für Arbeit suchen größere Betriebe schon eineinhalb Jahre vor Beginn der Ausbildung nach Bewerbern, kleinere Unternehmen und Schulen starten spätestens am Anfang deines letzten Schuljahres.
- Eineinhalb Jahre vorher: Größere Betriebe beginnen mit der Auswahl.
- Anfang des letzten Schuljahres: Spätester Start für viele kleinere Betriebe und für schulische Ausbildungen.
- Bis zum Ausbildungsbeginn: Plätze, die frei geblieben sind, werden oft kurzfristig besetzt.
Wichtig: Achte auf die Bewerbungsfristen in den Stellenanzeigen. Auch nach dem Bewerbungsschluss lohnt sich die Suche, weil manche Plätze bis kurz vor Ausbildungsbeginn unbesetzt bleiben.
Welche Portale eignen sich für die Ausbildungsplatzsuche?
Gute Startpunkte sind die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit, die Lehrstellenbörsen der Kammern und spezialisierte Ausbildungsportale. Viele Betriebe schreiben Plätze außerdem auf der eigenen Webseite oder in der Lokalzeitung aus.
Öffentliche Angebote
- Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit: Hier findest du duale Ausbildungsplätze aus ganz Deutschland. Die App AzubiWelt der Bundesagentur hilft dir unterwegs.
- Lehrstellenbörsen der IHKs: Ausbildungsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistung
- Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern: Ausbildungsplätze im Handwerk, nach Region und Beruf
Ausbildungsgenie und andere Portale
Auf ausbildungsgenie.de findest du klassische Ausbildungsanzeigen und Video-Stellenanzeigen, in denen Betriebe Arbeitsalltag und Team zeigen. Mit einem Job-Alert bekommst du neue passende Stellen per E-Mail. Daneben gibt es weitere spezialisierte Ausbildungsportale und allgemeine Jobbörsen.
Soziale Medien
Viele Betriebe stellen ihre Ausbildung auf Instagram, TikTok oder LinkedIn vor. Folge Betrieben, die dich interessieren, so erfährst du früh von neuen Plätzen.
Mit welchen Strategien findest du einen Ausbildungsplatz?
Am erfolgreichsten bist du, wenn du breit suchst, dich aber jedes Mal gezielt bewirbst. Ergänze die Online-Suche um Initiativbewerbungen, lokale Quellen und dein persönliches Netzwerk.
1. Breit suchen, gezielt bewerben
Such auf mehreren Portalen und leg dir eine Liste interessanter Betriebe an. Jede Bewerbung sollte trotzdem auf den Betrieb zugeschnitten sein.
2. Suchagenten einrichten
Viele Portale schicken dir automatisch neue Stellen, die zu deiner Suche passen. So bist du schnell, wenn ein Platz frei wird.
3. Lokal suchen
Nicht jeder Ausbildungsplatz wird online ausgeschrieben. Nutze auch lokale Quellen:
- Lokalzeitungen: Einige Betriebe inserieren dort.
- Aushänge: in Geschäften, Handwerksbetrieben oder Arztpraxen
- Mundpropaganda: Erzähl in deinem Umfeld, dass du suchst.
4. Initiativbewerbung
Nicht alle Betriebe schreiben offene Plätze aus. Eine Initiativbewerbung zeigt Eigeninitiative:
- Recherchiere Betriebe in deiner Region, die ausbilden.
- Ruf vorher an und frag, ob Ausbildungsplätze geplant sind und wer zuständig ist.
- Schick eine vollständige Bewerbung, auch ohne Stellenanzeige.
- Schreib im Anschreiben, warum du dich gerade bei diesem Betrieb bewirbst.
Mehr dazu liest du im Ratgeber Initiativbewerbung für die Ausbildung.
5. Netzwerk nutzen
Dein persönliches Umfeld kann dir Türen öffnen:
- Eltern, Verwandte und Nachbarn
- Lehrkräfte und Berufsorientierung an deiner Schule
- Betriebe, in denen du schon ein Praktikum gemacht hast
- Sportverein, Gemeinde oder Ehrenamt
Wie nutzt du Ausbildungsmessen für die Suche?
Auf Ausbildungsmessen lernst du viele Betriebe an einem Tag persönlich kennen und kannst Fragen zum Bewerbungsverfahren direkt klären. Manche Kammern veranstalten außerdem Azubi-Speed-Datings, auch virtuell.
- Schau vorher nach, welche Betriebe dort sind, und notiere deine Fragen.
- Nimm einige Exemplare deines Lebenslaufs mit.
- Zieh dich gepflegt an, du musst aber nicht im Anzug kommen.
- Stell Fragen und zeig echtes Interesse.
- Notiere dir Namen und Kontaktdaten von Ansprechpartnern.
Termine erfährst du bei deiner Schule, der Kammer oder der Agentur für Arbeit.
Wer hilft dir bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz?
Kostenlose Hilfe bekommst du bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Wenn du es schwer hast, einen Platz zu finden, gibt es außerdem Förderangebote nach dem Sozialgesetzbuch III.
Berufsberatung der Agentur für Arbeit
Die Berufsberatung hilft dir bei der Berufswahl und der Suche und kann dir Ausbildungsstellen vorschlagen. In den Berufsinformationszentren (BiZ) gibt es außerdem das ganze Jahr Veranstaltungen.
Förderangebote
- Einstiegsqualifizierung (EQ): ein betriebliches Langzeitpraktikum von vier bis zwölf Monaten als Brücke in die Ausbildung (§ 54a SGB III)
- Assistierte Ausbildung: Unterstützung bei der Aufnahme einer Ausbildung und während der Ausbildung (§ 74 SGB III)
- Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB): Vorbereitung auf eine Ausbildung (§ 51 SGB III)
Was tust du bei Absagen?
Absagen gehören zur Bewerbungsphase dazu und sagen oft wenig über dich aus. Wichtig ist, dass du daraus lernst und weitermachst.
- Frag höflich nach, woran es gelegen hat.
- Prüfe deine Unterlagen auf Fehler und Aktualität.
- Lass deine Bewerbung von der Berufsberatung ansehen.
- Erweitere deinen Suchradius räumlich oder auf verwandte Berufe.
- Bewirb dich weiter, mit jeder Bewerbung wirst du sicherer.
Was gehört auf deine Checkliste für die Ausbildungsplatzsuche?
Auf die Checkliste gehören Wunschberuf, Zeitplan, Suchwege und Unterlagen. Hak die Punkte nacheinander ab.
- Wunschberuf oder mehrere passende Berufe festgelegt?
- Bewerbungsfristen notiert?
- Mehrere Portale genutzt und Suchagenten eingerichtet?
- Bewerbungsunterlagen aktuell und fehlerfrei?
- Netzwerk informiert?
- Ausbildungsmessen besucht oder geplant?
- Berufsberatung genutzt?
- Initiativbewerbungen verschickt?
Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?
Die Angaben stammen von der Bundesagentur für Arbeit und aus dem Sozialgesetzbuch III, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:
Bundesagentur für Arbeit: So bewirbst du dich auf eine Ausbildung, Bundesagentur für Arbeit: So findest du einen Ausbildungsplatz, § 51 SGB III, § 54a SGB III, § 74 SGB III