Bewerbung & Vorstellungsgespräch10. November 2025

Das perfekte Bewerbungsschreiben für deine Ausbildung

Erfahre, wie du ein überzeugendes Bewerbungsschreiben für deine Ausbildung verfasst – mit Aufbau, Tipps, Beispielen und den häufigsten Fehlern, die du vermeiden solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Individueller Einstieg statt Standardfloskeln
  • Maximal eine DIN-A4-Seite
  • Drei Kernfragen beantworten: Warum dieser Beruf? Warum dieses Unternehmen? Was bringe ich mit?
  • Stärken mit konkreten Beispielen belegen
  • Gegenlesen lassen und auf Fehler prüfen

Warum das Bewerbungsschreiben so wichtig ist

Das Bewerbungsschreiben – auch Anschreiben genannt – ist deine erste Chance, einen potenziellen Ausbildungsbetrieb von dir zu überzeugen. Während der Lebenslauf deine Fakten auflistet, zeigt das Anschreiben deine Motivation, Persönlichkeit und Begeisterung für den Beruf. Personalverantwortliche entscheiden oft innerhalb weniger Sekunden, ob eine Bewerbung interessant ist oder nicht. Ein gut geschriebenes Anschreiben kann den entscheidenden Unterschied machen.

Gerade bei Ausbildungsplätzen, für die sich viele Jugendliche bewerben, ist ein starkes Anschreiben dein Ticket zum Vorstellungsgespräch. Du musst zeigen, dass du dich mit dem Unternehmen und dem Beruf beschäftigt hast – und dass du die richtige Person für diese Ausbildung bist.

Der Aufbau deines Bewerbungsschreibens

1. Kopfzeile und Absenderinformationen

Ganz oben stehen deine Kontaktdaten: vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Achte darauf, dass deine E-Mail-Adresse seriös klingt – vorname.nachname@anbieter.de ist ideal. Fantasienamen wie coolgamer2010 wirken unprofessionell.

Darunter folgen die Daten des Empfängers: Firmenname, Ansprechpartner (wenn bekannt), Adresse. Dann das Datum und der Betreff.

2. Die Betreffzeile

Die Betreffzeile sollte klar und präzise sein: Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als [Berufsbezeichnung]. Wenn du eine Referenznummer aus der Stellenanzeige hast, füge sie hinzu. Die Betreffzeile wird fett gedruckt, aber nicht mit dem Wort Betreff eingeleitet – das ist veraltet.

3. Die Anrede

Vermeide die allgemeine Anrede Sehr geehrte Damen und Herren wenn möglich. Recherchiere den Namen des Ansprechpartners auf der Unternehmenswebsite, in der Stellenanzeige oder ruf direkt an. Eine persönliche Anrede wie Sehr geehrte Frau Müller wirkt persönlicher und zeigt Initiative.

4. Die Einleitung – Der erste Satz zählt

Der Einstieg ist entscheidend. Vermeide langweilige Standardsätze. Stattdessen solltest du direkt mit einem starken, individuellen Einstieg beginnen:

  • Bezug auf ein Praktikum oder eine Veranstaltung des Unternehmens
  • Eine persönliche Geschichte, die dein Interesse am Beruf erklärt
  • Ein konkreter Bezug zur Stellenanzeige
  • Eine Fähigkeit oder Erfahrung, die dich auszeichnet

Beispiel: Seit ich in der 8. Klasse ein zweiwöchiges Praktikum absolviert habe, steht für mich fest: Ich möchte Mechatroniker werden. Die Kombination aus Mechanik und Elektronik fasziniert mich, und ich kann mir keinen besseren Ausbildungsbetrieb vorstellen.

5. Der Hauptteil – Deine Qualifikationen und Motivation

Im Hauptteil beantwortest du drei zentrale Fragen:

  • Warum dieser Beruf? Zeige deine Begeisterung und erkläre, warum du genau diese Ausbildung machen möchtest.
  • Warum dieses Unternehmen? Recherchiere das Unternehmen und nenne konkrete Gründe – Projekte, Werte, Ausbildungsqualität.
  • Was bringst du mit? Nenne relevante Fähigkeiten, Schulnoten, Praktika, Hobbys oder ehrenamtliches Engagement.

Wichtig: Belege deine Stärken mit Beispielen. Statt einfach zu schreiben, dass du teamfähig bist, erkläre lieber: Als Kapitän unserer Fußballmannschaft habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen und im Team zu arbeiten.

6. Der Schlussteil

Beende dein Anschreiben selbstbewusst. Verwende keine unsicheren Konjunktiv-Formulierungen, sondern schreibe selbstbewusst: Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch. Du kannst auch erwähnen, dass du für Rückfragen zur Verfügung stehst.

7. Grußformel und Unterschrift

Mit freundlichen Grüßen ist der Standard. Bei E-Mail-Bewerbungen reicht der getippte Name, bei postalischen Bewerbungen solltest du handschriftlich unterschreiben. Unter der Unterschrift kannst du deine Anlagen auflisten.

Die häufigsten Fehler im Bewerbungsschreiben

  • Rechtschreib- und Grammatikfehler: Lass dein Anschreiben von mindestens zwei Personen gegenlesen.
  • Copy-Paste-Bewerbungen: Personalverantwortliche erkennen sofort, wenn ein Anschreiben nicht individuell ist.
  • Zu lang oder zu kurz: Eine DIN-A4-Seite ist perfekt. Nicht mehr, nicht weniger.
  • Falsche Unternehmensnamen: Der schlimmste Fehler – wenn du den Namen eines anderen Unternehmens stehen lässt.
  • Negativformulierungen: Sätze wie Obwohl ich keine Erfahrung habe vermitteln Unsicherheit.
  • Gehaltsvorstellungen: Bei Ausbildungsbewerbungen nicht üblich und wirkt unangebracht.

Formatierung und Design

Dein Bewerbungsschreiben sollte übersichtlich und professionell gestaltet sein:

  • Schriftart: Arial, Calibri oder Times New Roman in Größe 11-12
  • Zeilenabstand: 1,0 bis 1,15
  • Seitenränder: Mindestens 2,5 cm links, 2 cm rechts
  • Absätze: Zwischen den Abschnitten eine Leerzeile
  • Seitenlänge: Maximal eine DIN-A4-Seite

Verwende ein einheitliches Design für alle Bewerbungsunterlagen – Anschreiben, Lebenslauf und Deckblatt sollten zusammenpassen.

Beispiel-Einleitungen für verschiedene Berufe

Kaufmännische Berufe

Zahlen sind meine Leidenschaft – ob im Matheunterricht oder beim Verwalten der Klassenkasse. Als ich auf Ihrer Website gelesen habe, dass Sie großen Wert auf die praxisnahe Ausbildung Ihrer Kaufleute legen, wusste ich: Hier möchte ich meine Ausbildung zur Industriekauffrau beginnen.

Handwerkliche Berufe

Schon als Kind habe ich meinem Vater in der Werkstatt geholfen und gelernt, dass Präzision und Geduld die Grundlage guter Arbeit sind. Mein zweiwöchiges Praktikum hat mir gezeigt, dass der Beruf des Tischlers genau das Richtige für mich ist.

IT-Berufe

Mit 14 habe ich meine erste Website programmiert, mit 15 einen eigenen Discord-Bot entwickelt. Meine Begeisterung für Technologie und Programmierung möchte ich nun in einer Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung professionell weiterentwickeln.

Checkliste vor dem Absenden

  • Ist der Name des Unternehmens korrekt geschrieben?
  • Stimmt der Ansprechpartner?
  • Habe ich Rechtschreibung und Grammatik geprüft?
  • Ist das Anschreiben maximal eine Seite lang?
  • Habe ich konkrete Beispiele für meine Stärken genannt?
  • Ist meine Motivation für den Beruf und das Unternehmen deutlich?
  • Klingt der Einstieg interessant und individuell?
  • Ist die Formatierung einheitlich und professionell?

Mit diesen Tipps bist du bestens gerüstet, um ein Bewerbungsschreiben zu verfassen, das aus der Masse heraussticht. Denke daran: Jede Bewerbung ist eine Chance, dich von deiner besten Seite zu zeigen. Nimm dir die Zeit, jedes Anschreiben individuell zu gestalten – es lohnt sich!

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Bewerbungsschreiben für die Ausbildung sein?
Ein Bewerbungsschreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite lang sein. Halte dich kurz und prägnant – Personalverantwortliche haben wenig Zeit und schätzen es, wenn du auf den Punkt kommst.
Was schreibe ich, wenn ich keine Berufserfahrung habe?
Als Schulabgänger ist es normal, keine Berufserfahrung zu haben. Betone stattdessen relevante Schulprojekte, Praktika, Hobbys, ehrenamtliches Engagement oder persönliche Eigenschaften, die zum Beruf passen.
Muss ich das Bewerbungsschreiben für jede Bewerbung neu schreiben?
Ja, unbedingt! Jedes Anschreiben sollte individuell auf das Unternehmen und die Stelle zugeschnitten sein. Personalverantwortliche erkennen Massenbewerbungen sofort, und deine Chancen sinken drastisch.
Soll ich im Anschreiben meine Noten erwähnen?
Erwähne gute Noten in relevanten Fächern – zum Beispiel Mathe bei kaufmännischen Berufen oder Physik bei technischen Ausbildungen. Schwache Noten musst du im Anschreiben nicht thematisieren, die stehen im Zeugnis.

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Stand: November 2025 · Alle Angaben ohne Gewähr