Bewerbung & Vorstellungsgespräch20. November 2025

Lebenslauf für die Ausbildung – Aufbau, Tipps & Muster

Der perfekte Lebenslauf für deine Ausbildungsbewerbung: Aufbau, Inhalt, Design-Tipps und häufige Fehler – alles, was du wissen musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tabellarischer Aufbau in umgekehrt chronologischer Reihenfolge
  • Maximal zwei Seiten – als Berufseinsteiger reicht oft eine Seite
  • Praktika, Nebenjobs und Ehrenamt als Erfahrung hervorheben
  • Einheitliches, professionelles Design mit dem Anschreiben abstimmen
  • Immer als PDF-Datei speichern und versenden

Der Lebenslauf – Dein Faktenblatt für die Ausbildungsbewerbung

Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben das wichtigste Dokument deiner Bewerbung. Er gibt dem Personalverantwortlichen einen schnellen Überblick über deinen bisherigen Werdegang, deine Fähigkeiten und Qualifikationen. Während das Anschreiben deine Motivation zeigt, liefert der Lebenslauf die harten Fakten.

Bei einer Ausbildungsbewerbung ist der Lebenslauf besonders wichtig, weil du als Berufseinsteiger noch keine umfangreiche Berufserfahrung vorweisen kannst. Umso mehr kommt es darauf an, dass du deinen Lebenslauf professionell, übersichtlich und vollständig gestaltest.

Aufbau des Lebenslaufs

Persönliche Daten

Am Anfang stehen deine persönlichen Informationen:

  • Vollständiger Name
  • Adresse (Straße, PLZ, Ort)
  • Telefonnummer (am besten Handy)
  • E-Mail-Adresse (seriös!)
  • Geburtsdatum und -ort
  • Staatsangehörigkeit (optional)

Dein Bewerbungsfoto wird in der Regel rechts oben platziert. Auch wenn es in Deutschland keine Pflicht mehr ist, erwarten viele Ausbildungsbetriebe noch ein Foto.

Schulbildung

Deine Schulbildung ist als Ausbildungsbewerber der wichtigste Abschnitt. Liste deine Schulen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf – also die aktuelle oder letzte Schule zuerst:

  • Zeitraum (Monat/Jahr – Monat/Jahr)
  • Name und Ort der Schule
  • Schulart (Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule)
  • Voraussichtlicher oder erreichter Abschluss
  • Notendurchschnitt (wenn gut)
  • Relevante Leistungskurse oder Schwerpunkte

Die Grundschule musst du in der Regel nicht mehr angeben, es sei denn, du hast erst vor Kurzem die Schule gewechselt und brauchst den Eintrag, um keine Lücke entstehen zu lassen.

Praktische Erfahrungen

Hier listest du alle relevanten Erfahrungen auf:

  • Schülerpraktika – Betrieb, Zeitraum und kurze Beschreibung der Tätigkeiten
  • Nebenjobs – zum Beispiel Nachhilfe, Zeitungaustragen, Aushilfe im Einzelhandel
  • Ehrenamtliches Engagement – Freiwillige Feuerwehr, Sportverein, Schülervertretung
  • Ferienjobs – auch kurzfristige Tätigkeiten zeigen Eigeninitiative

Beschreibe bei jedem Eintrag kurz, welche Aufgaben du übernommen hast und was du dabei gelernt hast.

Kenntnisse und Fähigkeiten

Dieser Abschnitt ist deine Chance, zusätzliche Qualifikationen zu präsentieren:

  • Sprachkenntnisse: Nenne die Sprache und dein Niveau (Grundkenntnisse, gut, fließend, Muttersprache)
  • EDV-Kenntnisse: Microsoft Office, Programmiersprachen, Social Media
  • Führerschein: Wenn vorhanden, unbedingt erwähnen
  • Zertifikate: Erste-Hilfe-Kurs, Sportabzeichen, Sprachzertifikate

Hobbys und Interessen

Hobbys geben einen Einblick in deine Persönlichkeit. Wähle Hobbys, die positive Eigenschaften zeigen:

  • Mannschaftssport zeigt Teamfähigkeit
  • Musikinstrument spielen zeigt Disziplin und Ausdauer
  • Programmieren zeigt technisches Interesse
  • Ehrenamtliches Engagement zeigt soziale Kompetenz

Vermeide zu allgemeine Angaben wie Musik hören oder Freunde treffen – das sagt wenig aus.

Design und Formatierung

Ein ansprechendes Design macht einen guten ersten Eindruck. Beachte folgende Punkte:

  • Einheitliches Design: Verwende dieselbe Schriftart und Farben wie im Anschreiben
  • Übersichtlichkeit: Klare Abschnitte mit Überschriften und genügend Weißraum
  • Tabellarische Form: In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf Standard
  • Maximal zwei Seiten: Als Berufseinsteiger reicht in der Regel eine Seite
  • PDF-Format: Speichere deinen Lebenslauf immer als PDF, damit die Formatierung erhalten bleibt

Schriftarten und Farben

Verwende eine gut lesbare Schriftart wie Arial, Calibri oder Helvetica in Größe 10-12 Punkt. Für Überschriften kannst du eine etwas größere Schrift oder Fettdruck verwenden. Dezente Farbakzente sind erlaubt und machen deinen Lebenslauf modern – aber übertreibe es nicht.

Digitaler vs. gedruckter Lebenslauf

Die meisten Bewerbungen werden heute digital versendet. Trotzdem gibt es einige Betriebe, die eine Bewerbungsmappe per Post bevorzugen.

Digitaler Lebenslauf

  • Immer als PDF speichern (nicht Word!)
  • Dateigröße unter 5 MB halten
  • Dateiname sinnvoll wählen: Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf
  • Vor dem Versand auf verschiedenen Geräten testen

Gedruckter Lebenslauf

  • Hochwertiges Papier verwenden (mindestens 100 g/m²)
  • Einseitig drucken
  • Keine Knicke oder Flecken
  • In einer Bewerbungsmappe ordentlich sortieren

Häufige Fehler im Lebenslauf

  • Lücken im Lebenslauf: Erkläre jede Lücke – auch ein Auslandsjahr oder eine Orientierungsphase ist kein Makel
  • Rechtschreibfehler: Ein Lebenslauf mit Fehlern wirkt schlampig
  • Veraltete Angaben: Religion, Beruf der Eltern oder Familienstand sind nicht mehr üblich
  • Unpassendes Foto: Kein Selfie, kein Partybild – investiere in ein professionelles Bewerbungsfoto
  • Zu viel oder zu wenig: Konzentriere dich auf das Wesentliche
  • Uneinheitliches Layout: Unterschiedliche Schriften, Abstände und Formate wirken chaotisch

Tipps für einen überzeugenden Lebenslauf

  • Passe deinen Lebenslauf an jede Bewerbung an – hebe die für den Beruf relevanten Punkte hervor
  • Verwende Aktionsverben: organisiert, geleitet, entwickelt, unterstützt
  • Nenne konkrete Ergebnisse: Habe als Schulsprecher drei Veranstaltungen mit je 200 Teilnehmern organisiert
  • Lass deinen Lebenslauf von Eltern, Lehrern oder der Berufsberatung prüfen
  • Aktualisiere deinen Lebenslauf regelmäßig

Ein professioneller Lebenslauf ist deine Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch. Nimm dir die Zeit, ihn sorgfältig zu gestalten, und du wirst die Aufmerksamkeit der Personalverantwortlichen gewinnen.

Häufige Fragen

Muss ich ein Foto in den Lebenslauf einfügen?
In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto keine Pflicht mehr, aber die meisten Ausbildungsbetriebe erwarten es noch. Ein professionelles Foto macht einen guten ersten Eindruck und ist daher empfehlenswert.
Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?
Lücken solltest du ehrlich erklären. Ein Auslandsjahr, eine Orientierungsphase oder soziales Engagement sind keine Schwäche. Wichtig ist, dass keine unerklärten Lücken auftauchen.
Soll ich meinen Notendurchschnitt angeben?
Wenn dein Notendurchschnitt gut ist (2,5 oder besser), kannst du ihn angeben. Alternativ kannst du nur die Noten in relevanten Fächern hervorheben. Ein schlechter Durchschnitt muss nicht extra betont werden.
Welches Programm eignet sich am besten für den Lebenslauf?
Microsoft Word, Google Docs oder Canva eignen sich gut. Wichtig ist, dass du den Lebenslauf am Ende als PDF exportierst. Es gibt auch kostenlose Lebenslauf-Vorlagen online, die dir den Einstieg erleichtern.

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Stand: November 2025 · Alle Angaben ohne Gewähr