Der Lebenslauf – Dein Faktenblatt für die Ausbildungsbewerbung
Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben das wichtigste Dokument deiner Bewerbung. Er gibt dem Personalverantwortlichen einen schnellen Überblick über deinen bisherigen Werdegang, deine Fähigkeiten und Qualifikationen. Während das Anschreiben deine Motivation zeigt, liefert der Lebenslauf die harten Fakten.
Bei einer Ausbildungsbewerbung ist der Lebenslauf besonders wichtig, weil du als Berufseinsteiger noch keine umfangreiche Berufserfahrung vorweisen kannst. Umso mehr kommt es darauf an, dass du deinen Lebenslauf professionell, übersichtlich und vollständig gestaltest.
Aufbau des Lebenslaufs
Persönliche Daten
Am Anfang stehen deine persönlichen Informationen:
- Vollständiger Name
- Adresse (Straße, PLZ, Ort)
- Telefonnummer (am besten Handy)
- E-Mail-Adresse (seriös!)
- Geburtsdatum und -ort
- Staatsangehörigkeit (optional)
Dein Bewerbungsfoto wird in der Regel rechts oben platziert. Auch wenn es in Deutschland keine Pflicht mehr ist, erwarten viele Ausbildungsbetriebe noch ein Foto.
Schulbildung
Deine Schulbildung ist als Ausbildungsbewerber der wichtigste Abschnitt. Liste deine Schulen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf – also die aktuelle oder letzte Schule zuerst:
- Zeitraum (Monat/Jahr – Monat/Jahr)
- Name und Ort der Schule
- Schulart (Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule)
- Voraussichtlicher oder erreichter Abschluss
- Notendurchschnitt (wenn gut)
- Relevante Leistungskurse oder Schwerpunkte
Die Grundschule musst du in der Regel nicht mehr angeben, es sei denn, du hast erst vor Kurzem die Schule gewechselt und brauchst den Eintrag, um keine Lücke entstehen zu lassen.
Praktische Erfahrungen
Hier listest du alle relevanten Erfahrungen auf:
- Schülerpraktika – Betrieb, Zeitraum und kurze Beschreibung der Tätigkeiten
- Nebenjobs – zum Beispiel Nachhilfe, Zeitungaustragen, Aushilfe im Einzelhandel
- Ehrenamtliches Engagement – Freiwillige Feuerwehr, Sportverein, Schülervertretung
- Ferienjobs – auch kurzfristige Tätigkeiten zeigen Eigeninitiative
Beschreibe bei jedem Eintrag kurz, welche Aufgaben du übernommen hast und was du dabei gelernt hast.
Kenntnisse und Fähigkeiten
Dieser Abschnitt ist deine Chance, zusätzliche Qualifikationen zu präsentieren:
- Sprachkenntnisse: Nenne die Sprache und dein Niveau (Grundkenntnisse, gut, fließend, Muttersprache)
- EDV-Kenntnisse: Microsoft Office, Programmiersprachen, Social Media
- Führerschein: Wenn vorhanden, unbedingt erwähnen
- Zertifikate: Erste-Hilfe-Kurs, Sportabzeichen, Sprachzertifikate
Hobbys und Interessen
Hobbys geben einen Einblick in deine Persönlichkeit. Wähle Hobbys, die positive Eigenschaften zeigen:
- Mannschaftssport zeigt Teamfähigkeit
- Musikinstrument spielen zeigt Disziplin und Ausdauer
- Programmieren zeigt technisches Interesse
- Ehrenamtliches Engagement zeigt soziale Kompetenz
Vermeide zu allgemeine Angaben wie Musik hören oder Freunde treffen – das sagt wenig aus.
Design und Formatierung
Ein ansprechendes Design macht einen guten ersten Eindruck. Beachte folgende Punkte:
- Einheitliches Design: Verwende dieselbe Schriftart und Farben wie im Anschreiben
- Übersichtlichkeit: Klare Abschnitte mit Überschriften und genügend Weißraum
- Tabellarische Form: In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf Standard
- Maximal zwei Seiten: Als Berufseinsteiger reicht in der Regel eine Seite
- PDF-Format: Speichere deinen Lebenslauf immer als PDF, damit die Formatierung erhalten bleibt
Schriftarten und Farben
Verwende eine gut lesbare Schriftart wie Arial, Calibri oder Helvetica in Größe 10-12 Punkt. Für Überschriften kannst du eine etwas größere Schrift oder Fettdruck verwenden. Dezente Farbakzente sind erlaubt und machen deinen Lebenslauf modern – aber übertreibe es nicht.
Digitaler vs. gedruckter Lebenslauf
Die meisten Bewerbungen werden heute digital versendet. Trotzdem gibt es einige Betriebe, die eine Bewerbungsmappe per Post bevorzugen.
Digitaler Lebenslauf
- Immer als PDF speichern (nicht Word!)
- Dateigröße unter 5 MB halten
- Dateiname sinnvoll wählen: Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf
- Vor dem Versand auf verschiedenen Geräten testen
Gedruckter Lebenslauf
- Hochwertiges Papier verwenden (mindestens 100 g/m²)
- Einseitig drucken
- Keine Knicke oder Flecken
- In einer Bewerbungsmappe ordentlich sortieren
Häufige Fehler im Lebenslauf
- Lücken im Lebenslauf: Erkläre jede Lücke – auch ein Auslandsjahr oder eine Orientierungsphase ist kein Makel
- Rechtschreibfehler: Ein Lebenslauf mit Fehlern wirkt schlampig
- Veraltete Angaben: Religion, Beruf der Eltern oder Familienstand sind nicht mehr üblich
- Unpassendes Foto: Kein Selfie, kein Partybild – investiere in ein professionelles Bewerbungsfoto
- Zu viel oder zu wenig: Konzentriere dich auf das Wesentliche
- Uneinheitliches Layout: Unterschiedliche Schriften, Abstände und Formate wirken chaotisch
Tipps für einen überzeugenden Lebenslauf
- Passe deinen Lebenslauf an jede Bewerbung an – hebe die für den Beruf relevanten Punkte hervor
- Verwende Aktionsverben: organisiert, geleitet, entwickelt, unterstützt
- Nenne konkrete Ergebnisse: Habe als Schulsprecher drei Veranstaltungen mit je 200 Teilnehmern organisiert
- Lass deinen Lebenslauf von Eltern, Lehrern oder der Berufsberatung prüfen
- Aktualisiere deinen Lebenslauf regelmäßig
Ein professioneller Lebenslauf ist deine Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch. Nimm dir die Zeit, ihn sorgfältig zu gestalten, und du wirst die Aufmerksamkeit der Personalverantwortlichen gewinnen.