Gehalt & Finanzen20. Oktober 2025

Die bestbezahlten Ausbildungsberufe 2026

Welche Ausbildungsberufe zahlen am besten? Die Top 20 der bestbezahlten Ausbildungen 2026 mit Vergütungen, Branchenvergleich und Gehaltsentwicklung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Versicherungskaufleute, Bankkaufleute und Chemielaboranten gehören zu den Top-Verdienern in der Ausbildung
  • Die Chemie-/Pharmaindustrie und der Finanzsektor zahlen die höchsten Ausbildungsvergütungen
  • Tarifgebundene Betriebe zahlen in der Regel deutlich mehr als nicht-tarifgebundene
  • Nach der Ausbildung steigen die Gehälter auf 2.500–3.500 Euro Einstiegsgehalt
  • Fachkräftemangel treibt die Vergütungen in Handwerk und IT nach oben

Die bestbezahlten Ausbildungsberufe 2026

Du willst nicht nur einen Beruf lernen, der dir Spaß macht, sondern auch einen, der gut bezahlt wird? Dann lohnt sich ein Blick auf die bestbezahlten Ausbildungsberufe. Natürlich sollte die Vergütung nicht das einzige Kriterium bei der Berufswahl sein – aber es ist durchaus legitim, auch auf das Gehalt zu achten.

In diesem Artikel stellen wir dir die Top 20 der bestbezahlten Ausbildungsberufe vor, zeigen dir, in welchen Branchen du am meisten verdienst, und geben dir einen Ausblick auf die Gehaltsentwicklung nach der Ausbildung.

Top 20 bestbezahlte Ausbildungsberufe

Die folgenden Beträge beziehen sich auf die durchschnittliche monatliche Bruttovergütung im 1. Ausbildungsjahr (tariflich, Durchschnittswerte):

Platz 1–5

  • 1. Fluglotse/Fluglotsin: ca. 1.150 Euro (spezielle Ausbildung bei der DFS)
  • 2. Versicherungskaufmann/-frau: ca. 1.100–1.170 Euro
  • 3. Bankkaufmann/-frau: ca. 1.100–1.160 Euro
  • 4. Chemielaborant/in: ca. 1.060–1.120 Euro
  • 5. Mechatroniker/in: ca. 1.050–1.100 Euro

Platz 6–10

  • 6. Industriemechaniker/in: ca. 1.030–1.090 Euro
  • 7. Biologielaborant/in: ca. 1.040–1.080 Euro
  • 8. Maurer/in: ca. 935–1.060 Euro
  • 9. Fachinformatiker/in: ca. 1.000–1.070 Euro
  • 10. Industriekaufmann/-frau: ca. 1.000–1.050 Euro

Platz 11–15

  • 11. Zerspanungsmechaniker/in: ca. 1.000–1.050 Euro
  • 12. Elektroniker/in für Betriebstechnik: ca. 980–1.050 Euro
  • 13. Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen: ca. 1.040–1.080 Euro
  • 14. Verfahrensmechaniker/in: ca. 970–1.040 Euro
  • 15. Beton- und Stahlbetonbauer/in: ca. 935–1.060 Euro

Platz 16–20

  • 16. Pharmakant/in: ca. 1.000–1.060 Euro
  • 17. Werkzeugmechaniker/in: ca. 1.000–1.050 Euro
  • 18. Rohrleitungsbauer/in: ca. 935–1.020 Euro
  • 19. Straßenbauer/in: ca. 935–1.010 Euro
  • 20. Medientechnologe/-technologin Druck: ca. 1.000–1.040 Euro

Branchen mit den höchsten Vergütungen

Nicht nur der einzelne Beruf, sondern auch die Branche bestimmt die Vergütungshöhe:

1. Chemie- und Pharmaindustrie

Die chemische und pharmazeutische Industrie gehört zu den bestbezahlten Branchen. Azubis verdienen hier überdurchschnittlich gut, was am starken Tarifvertrag der IG BCE liegt. Berufe: Chemielaborant/in, Pharmakant/in, Chemikant/in.

2. Finanz- und Versicherungsbranche

Banken und Versicherungen zahlen traditionell hohe Ausbildungsvergütungen. Die Branche bietet zudem gute Aufstiegsmöglichkeiten und überdurchschnittliche Gehälter nach der Ausbildung.

3. Metall- und Elektroindustrie

Die IG Metall verhandelt regelmäßig attraktive Tarifverträge. Berufe wie Mechatroniker/in, Industriemechaniker/in und Elektroniker/in profitieren davon. Zudem gibt es oft zusätzliche Leistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

4. Bauwirtschaft

Im Baugewerbe sind die Vergütungen ebenfalls hoch – besonders bei körperlich anspruchsvollen Berufen wie Maurer/in, Straßenbauer/in oder Rohrleitungsbauer/in. Die Branche leidet unter Fachkräftemangel, was die Vergütungen weiter steigen lässt.

5. IT-Branche

Die IT-Branche wächst stark und sucht händeringend Nachwuchs. Fachinformatiker/innen und IT-Systemkaufleute verdienen schon in der Ausbildung überdurchschnittlich, und die Gehaltsperspektiven nach der Ausbildung sind hervorragend.

Gehaltsentwicklung nach der Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung ist nur der Anfang. Nach der Ausbildung steigt dein Gehalt deutlich an. Hier ein Überblick über typische Einstiegsgehälter nach der Ausbildung:

  • Bankkaufmann/-frau: 2.800–3.400 Euro brutto
  • Mechatroniker/in: 2.700–3.200 Euro brutto
  • Fachinformatiker/in: 2.500–3.500 Euro brutto
  • Industriemechaniker/in: 2.600–3.100 Euro brutto
  • Chemielaborant/in: 2.800–3.300 Euro brutto
  • Elektroniker/in: 2.500–3.000 Euro brutto
  • Maurer/in: 2.600–3.000 Euro brutto

Mit Berufserfahrung und Weiterbildung (z. B. Meister, Techniker, Fachwirt) steigen die Gehälter weiter an – oft auf 4.000 bis 6.000 Euro und mehr.

Faktoren, die das Gehalt beeinflussen

Die tatsächliche Vergütung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

Tarifvertrag

Tarifgebundene Betriebe zahlen in der Regel deutlich mehr als nicht-tarifgebundene. Prüfe bei der Bewerbung, ob der Betrieb einem Tarifvertrag unterliegt.

Betriebsgröße

Große Unternehmen zahlen tendenziell höhere Vergütungen als kleine Betriebe. Das liegt oft daran, dass große Unternehmen häufiger tarifgebunden sind und über mehr finanzielle Mittel verfügen.

Region

In wirtschaftsstarken Regionen (Süddeutschland, Rhein-Main, Hamburg) sind die Vergütungen höher als in strukturschwächeren Gebieten. Allerdings sind auch die Lebenshaltungskosten in diesen Regionen höher.

Nachfrage

Berufe mit Fachkräftemangel (z. B. Handwerk, IT, Pflege) bieten oft überdurchschnittliche Vergütungen, um Nachwuchs anzulocken.

Vergütung ist nicht alles

Auch wenn ein gutes Gehalt wichtig ist, solltest du bei der Berufswahl noch andere Faktoren berücksichtigen:

  • Interesse und Spaß: Wer seinen Beruf liebt, arbeitet besser und ist zufriedener
  • Zukunftsaussichten: Wie sicher ist der Beruf in 10-20 Jahren?
  • Aufstiegsmöglichkeiten: Gibt es Chancen auf Karriereentwicklung?
  • Work-Life-Balance: Wie sind die Arbeitszeiten und Belastungen?
  • Arbeitsumfeld: Arbeitest du drinnen oder draußen, im Team oder allein?
  • Sinnhaftigkeit: Macht der Beruf für dich persönlich Sinn?

Tipps für die Berufswahl

  • Vergütung vergleichen: Nutze Online-Portale und die Datenbanken der Kammern
  • Praktika machen: Probiere Berufe aus, bevor du dich entscheidest
  • Langfristig denken: Manche Berufe zahlen in der Ausbildung wenig, haben aber nach der Ausbildung hervorragende Gehaltsperspektiven
  • Gesamtpaket betrachten: Zusatzleistungen, Arbeitsklima und Entwicklungsmöglichkeiten zählen auch

Zukunftsberufe mit hohem Gehaltspotenzial

Neben den klassischen Top-Verdienern gibt es einige Zukunftsberufe, die in den kommenden Jahren besonders gefragt sein werden und entsprechend hohe Gehälter bieten:

Berufe in der Energiewende

Die Energiewende schafft neue Berufsbilder und steigert die Nachfrage nach bestehenden. Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Mechatroniker für Kältetechnik profitieren von der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien, Wärmepumpen und energetischer Gebäudesanierung.

IT- und Digitalberufe

Der IT-Fachkräftemangel wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Fachinformatiker, IT-Systemelektroniker und Kaufleute für Digitalisierungsmanagement werden stark nachgefragt. Die Gehälter in der IT steigen überdurchschnittlich – nach wenigen Jahren Berufserfahrung sind 50.000 bis 70.000 Euro Jahresgehalt keine Seltenheit.

Gesundheits- und Pflegeberufe

Durch den demografischen Wandel steigt die Nachfrage nach Fachkräften im Gesundheitswesen massiv. Pflegefachkräfte, medizinische Fachangestellte und pharmazeutische Berufe bieten zunehmend attraktive Vergütungen und Arbeitsbedingungen. Die Branche hat erkannt, dass bessere Bezahlung nötig ist, um Nachwuchs zu gewinnen.

Handwerk der Zukunft

Das Handwerk leidet massiv unter Fachkräftemangel. Das hat einen positiven Effekt für Azubis und Gesellen: Die Gehälter steigen, die Arbeitsbedingungen verbessern sich, und die Karrierechancen sind hervorragend. Wer einen Meisterbrief erwirbt, kann sich selbstständig machen und als Unternehmer überdurchschnittlich verdienen.

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, und mit ihr verändern sich auch die Gehaltsstrukturen. Wer sich für einen zukunftssicheren Beruf mit gutem Verdienst entscheidet, setzt auf nachhaltige Karrierechancen. Beobachte die Trends in deiner Wunschbranche und wähle einen Beruf, der sowohl deinen Interessen als auch deinen finanziellen Vorstellungen entspricht.

Denke langfristig: Die Gehaltsentwicklung nach der Ausbildung ist oft wichtiger als die Ausbildungsvergütung selbst. Ein Beruf mit etwas niedrigerer Ausbildungsvergütung kann nach wenigen Jahren ein deutlich höheres Gehalt bieten.

Fazit

Die bestbezahlten Ausbildungsberufe finden sich vor allem in der Chemie- und Pharmaindustrie, im Finanzsektor, in der Metall- und Elektroindustrie und im Baugewerbe. Doch die Ausbildungsvergütung ist nur ein Faktor bei der Berufswahl – Interesse, Zukunftsaussichten und Aufstiegsmöglichkeiten sind mindestens genauso wichtig. Informiere dich umfassend, probiere Berufe aus und triff eine Entscheidung, die zu deinen Stärken und Interessen passt. Das Gehalt wird dann fast von allein stimmen.

Häufige Fragen

Welcher Ausbildungsberuf zahlt am meisten?
Zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen gehören Fluglotse (ca. 1.150 Euro im 1. Jahr), Versicherungskaufmann/-frau (ca. 1.100-1.170 Euro) und Bankkaufmann/-frau (ca. 1.100-1.160 Euro). In der Chemie- und Pharmaindustrie sind die Vergütungen ebenfalls sehr hoch.
Verdient man im Handwerk gut?
Ja, viele Handwerksberufe zahlen überdurchschnittlich gut. Maurer, Straßenbauer und Rohrleitungsbauer gehören zu den Top-Verdienern. Der Fachkräftemangel im Handwerk sorgt zudem für steigende Vergütungen und gute Jobaussichten.
Wie wichtig ist der Tarifvertrag für die Vergütung?
Sehr wichtig. Tarifgebundene Betriebe zahlen in der Regel deutlich mehr als Betriebe ohne Tarifvertrag. Zudem gibt es oft Zusatzleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Prüfe bei der Bewerbung, ob der Betrieb tarifgebunden ist.
Steigt das Gehalt nach der Ausbildung deutlich?
Ja, nach der Ausbildung steigt das Gehalt in der Regel auf das 2,5- bis 3-fache der Ausbildungsvergütung. Einstiegsgehälter von 2.500 bis 3.500 Euro brutto sind üblich. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung sind weitere Steigerungen möglich.

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Stand: Oktober 2025 · Alle Angaben ohne Gewähr