Online-Bewerbung – Der Standard im digitalen Zeitalter
Die Zeiten der postalischen Bewerbungsmappe sind weitgehend vorbei. Heute werden über 90 Prozent aller Ausbildungsbewerbungen digital eingereicht – per E-Mail oder über ein Online-Bewerbungsportal. Das ist einerseits praktischer und schneller, birgt aber auch eigene Herausforderungen.
Eine professionelle Online-Bewerbung unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von der klassischen Papierbewerbung. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du achten musst, um auch digital einen perfekten ersten Eindruck zu hinterlassen.
E-Mail-Bewerbung vs. Bewerbungsportal
Bewerbung per E-Mail
Viele kleinere und mittelständische Betriebe akzeptieren Bewerbungen per E-Mail. Dabei gilt:
- Betreffzeile: Klar und eindeutig, z.B. Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Industriemechaniker – Max Mustermann
- E-Mail-Text: Kurze, freundliche Einleitung (3-4 Sätze), kein vollständiges Anschreiben in der E-Mail
- Anhänge: Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse als PDF-Dateien
- Absenderadresse: Seriöse E-Mail-Adresse verwenden
Die E-Mail selbst ist nicht dein Anschreiben. Sie ist wie ein kurzer Begleitbrief, der auf die Anhänge verweist. Dein vollständiges Anschreiben gehört als PDF-Datei in den Anhang.
Bewerbung über ein Online-Portal
Größere Unternehmen nutzen eigene Bewerbungsportale oder Plattformen wie die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Hier füllst du ein Online-Formular aus und lädst deine Dokumente hoch. Beachte:
- Fülle alle Pflichtfelder vollständig aus
- Bereite deine Texte vorher in einem Textdokument vor und kopiere sie dann ins Portal
- Lade die richtigen Dateien in den richtigen Upload-Feldern hoch
- Speichere deine Eingaben regelmäßig (wenn möglich als Entwurf)
- Mache einen Screenshot deiner Bewerbung vor dem Absenden
Die perfekte Betreffzeile
Die Betreffzeile ist das Erste, was der Personalverantwortliche sieht. Sie muss klar, vollständig und professionell sein:
- Gut: Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Kauffrau im Einzelhandel ab August 2026 – Lisa Schmidt
- Gut: Ausbildungsplatz Fachinformatik, Ref.-Nr. 12345 – Tom Weber
- Schlecht: Bewerbung
- Schlecht: Hallo, ich möchte mich bewerben
- Schlecht: (kein Betreff)
Wenn in der Stellenanzeige eine Referenznummer angegeben ist, nimm sie unbedingt in den Betreff auf.
Dateiformate und Dateinamen
Das richtige Format
Deine Bewerbungsdokumente sollten immer als PDF gesendet werden:
- PDFs sehen auf jedem Gerät gleich aus
- Die Formatierung bleibt erhalten
- Sie sind vor Veränderungen geschützt
- Sie wirken professioneller als Word-Dateien
Niemals Bewerbungsdokumente in Word-, Pages- oder Bildformaten senden – das wirkt unprofessionell und kann beim Empfänger anders dargestellt werden.
Sinnvolle Dateinamen
Benenne deine Dateien eindeutig und professionell:
- Gut: Anschreiben_Lisa_Schmidt.pdf, Lebenslauf_Lisa_Schmidt.pdf
- Schlecht: Dokument1.pdf, bewerbung_final_final2.pdf, IMG_4567.jpg
Dateigröße beachten
Die gesamte Bewerbung sollte nicht größer als 5 MB sein. Bei größeren Dateien:
- PDFs komprimieren (online oder mit Adobe Acrobat)
- Bewerbungsfoto in geringerer Auflösung einbetten
- Zeugnisse in einem einzigen PDF zusammenfassen
Der E-Mail-Text
Der E-Mail-Text bei einer E-Mail-Bewerbung sollte kurz und freundlich sein:
Beispiel:
Sehr geehrte Frau Müller,
mit großer Begeisterung bewerbe ich mich um den Ausbildungsplatz als Industriekauffrau in Ihrem Unternehmen. Meine vollständigen Bewerbungsunterlagen finden Sie im Anhang dieser E-Mail.
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und stehe für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Lisa Schmidt
Tel.: 0123 456789
lisa.schmidt@email.de
Häufige Fehler bei Online-Bewerbungen
- Anhänge vergessen: Prüfe vor dem Senden, ob alle Dateien angehängt sind
- Falsche Dateien: Öffne jeden Anhang nochmal, bevor du absendest
- Unprofessionelle E-Mail-Adresse: partygirl99@... oder darkwarrior@... sind tabu
- Fehlender Betreff: Wird oft als Spam eingestuft oder sofort gelöscht
- Zu große Dateien: E-Mails mit mehr als 5-10 MB werden oft vom Server abgelehnt
- CC statt BCC: Wenn du dich bei mehreren Unternehmen gleichzeitig bewirbst, sende immer einzelne E-Mails
- Rechtschreibfehler in der E-Mail: Auch der kurze E-Mail-Text muss fehlerfrei sein
- Bewerbung an die falsche Adresse: Prüfe die korrekte E-Mail-Adresse doppelt
Tipps für die Online-Bewerbung
Vor dem Absenden
- Alle Dokumente als PDF gespeichert?
- Dateinamen sinnvoll und professionell?
- Betreffzeile vollständig und korrekt?
- Anhänge alle vorhanden und korrekt?
- E-Mail-Text fehlerfrei und professionell?
- Richtige Empfänger-Adresse?
- Gesamtgröße unter 5 MB?
Die richtige E-Mail-Adresse erstellen
Falls deine aktuelle E-Mail-Adresse nicht professionell klingt, erstelle eine neue. Das ideale Format ist:
- vorname.nachname@provider.de
- v.nachname@provider.de
- vorname-nachname@provider.de
Kostenlose Anbieter wie Gmail, Outlook oder GMX sind völlig in Ordnung. Achte nur darauf, dass der Name seriös ist.
Bewerbung über Social Media und Messenger
Einige moderne Unternehmen bieten Bewerbungen über WhatsApp, Instagram oder spezielle Apps an. Das ist ein wachsender Trend, besonders für Ausbildungsplätze. Auch hier gilt:
- Professioneller Ton, auch wenn das Medium casual ist
- Vollständige Unterlagen nachreichen, wenn gewünscht
- Profilbild und Status auf WhatsApp prüfen
- Schnelle Reaktionszeit zeigen
Nach dem Absenden
- Eingangsbestätigung abwarten: Viele Unternehmen senden eine automatische Bestätigung
- Nachfragen: Wenn du nach 2-3 Wochen nichts gehört hast, darfst du höflich nachfragen
- E-Mails regelmäßig checken: Auch den Spam-Ordner!
- Erreichbar sein: Halte dein Handy bereit – manche Unternehmen rufen direkt an
Eine professionelle Online-Bewerbung zeigt, dass du digital kompetent bist und sorgfältig arbeitest. Nimm dir die Zeit, alles gründlich zu prüfen, bevor du auf Senden klickst!