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Azubi-LebenVon der Genieportal-Redaktion · Aktualisiert am

Finanztipps für Azubis: Geld sparen und clever wirtschaften

Finanztipps für Azubis: Budget planen, passendes Girokonto finden, sinnvolle Versicherungen, Rabatte nutzen, Notgroschen aufbauen und Schulden vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓Ein Budget mit allen Einnahmen und Ausgaben ist die Grundlage
  • ✓Ein kostenloses Girokonto ist kein Anspruch, Bedingungen genau vergleichen
  • ✓Die Unfallversicherung zahlt dein Betrieb allein, eine Haftpflicht ist privat wichtig
  • ✓Das Deutschlandticket kostet 2026 63 Euro und ab 2027 66,80 Euro im Monat
  • ✓Ein Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang hilft beim Sparen

Warum ist der Umgang mit Geld in der Ausbildung eine Herausforderung?

Mit der Ausbildung verdienst du oft zum ersten Mal eigenes Geld, gleichzeitig kommen neue Ausgaben auf dich zu. Zwischen Miete, Handy, Versicherungen und Freizeit kann es schnell eng werden.

Mit einem Plan und ein paar Gewohnheiten kommst du aber auch mit einer Ausbildungsvergütung gut über die Runden. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie.

Wie erstellst du als Azubi ein Budget?

Schreib einen Monat lang alle Einnahmen und Ausgaben auf und teile sie in feste und veränderliche Posten. So siehst du, wie viel Geld dir wirklich zur Verfügung steht.

Einnahmen

  • Ausbildungsvergütung netto
  • Berufsausbildungsbeihilfe, falls du sie bekommst
  • Kindergeld, falls deine Eltern es an dich weitergeben
  • sonstige Einnahmen wie Nebenjob oder Unterstützung der Familie

Feste Ausgaben

  • Miete mit Nebenkosten und Strom
  • Internet und Handy
  • Rundfunkbeitrag, falls du eine eigene Wohnung hast
  • Versicherungen
  • Fahrtkosten

Veränderliche Ausgaben

  • Lebensmittel
  • Kleidung
  • Freizeit und Hobbys
  • Ausgehen und Essen bestellen
  • Unvorhergesehenes

Tipp: Eine Budget-App oder eine einfache Tabelle reicht völlig. Wichtig ist, dass du wirklich alle Ausgaben einträgst.

Welches Girokonto ist für Azubis das richtige?

Viele Banken bieten Konten für junge Leute in Ausbildung ohne Kontoführungsgebühr an, einen Anspruch auf ein kostenloses Konto hast du aber nicht. Gesetzlich garantiert ist nur ein Basiskonto (§ 31 ZKG), für das die Bank ein angemessenes Entgelt verlangen darf (§ 41 ZKG).

Vergleiche deshalb die Bedingungen genau:

  • Kontoführungsgebühren und bis wann ein Azubi-Konto kostenlos bleibt
  • Kosten für die Karte
  • Geldautomaten in deiner Nähe
  • Banking-App
  • Mindestgeldeingang

Mehr dazu im Ratgeber Azubi-Konto vergleichen.

Welche Versicherungen brauchst du als Azubi?

Die Sozialversicherung läuft automatisch über deinen Betrieb, privat ist vor allem eine Haftpflichtversicherung wichtig. Weitere Versicherungen solltest du nach deiner Lebenssituation prüfen.

Automatisch versichert

  • Kranken- und Pflegeversicherung: Als Azubi bist du gesetzlich versichert und kannst deine Krankenkasse wählen. Die Zusatzbeiträge der Kassen unterscheiden sich.
  • Renten- und Arbeitslosenversicherung: Deinen Anteil zieht der Betrieb von der Vergütung ab.
  • Unfallversicherung: Die gesetzliche Unfallversicherung bezahlt dein Betrieb allein (§ 150 SGB VII).

Sinnvoll

  • Private Haftpflichtversicherung: Sie schützt dich vor teuren Schadensersatzforderungen. Prüfe, ob du noch über die Versicherung deiner Eltern mitversichert bist.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie kann sinnvoll sein, wenn du von deinem Einkommen abhängig bist. Lass dich unabhängig beraten, bevor du einen langen Vertrag abschließt.

Für die meisten Azubis nicht nötig

  • Handyversicherung
  • Rechtsschutzversicherung, wenn du Mitglied einer Gewerkschaft bist, die Rechtsschutz im Arbeitsrecht bietet

Mehr dazu im Ratgeber Versicherungen für Azubis.

Welche Rabatte und Vergünstigungen bekommst du als Azubi?

Viele Anbieter geben Azubis ähnliche Rabatte wie Schülern und Studierenden. Frag bei Bedarf einfach nach, oft reicht ein Nachweis deiner Ausbildung.

  • Nahverkehr: regionale Azubi-Tickets oder das Deutschlandticket, das 2026 63 Euro im Monat kostet und ab 2027 66,80 Euro
  • Freizeit: ermäßigter Eintritt in Kinos, Museen, Schwimmbädern
  • Fitness: Azubi-Tarife in manchen Studios
  • Software, Musik und Zeitschriften: Schüler- und Ausbildungsrabatte bei einigen Anbietern

Wie kannst du als Azubi im Alltag Geld sparen?

Am meisten sparst du bei Essen, Freizeit und Verträgen. Kleine Beträge, die du jeden Tag sparst, summieren sich übers Jahr.

Essen und Trinken

  • Vorkochen: Koche am Wochenende für mehrere Tage vor.
  • Leitungswasser: Es ist in Deutschland trinkbar und viel billiger als Flaschenwasser.
  • Angebote und Eigenmarken: Prospekte checken und saisonal einkaufen
  • Mit Einkaufszettel: So landen weniger spontane Käufe im Wagen.

Mehr Tipps findest du im Ratgeber Gesund und günstig essen.

Freizeit

  • Kostenlose Aktivitäten: Sport draußen, Spieleabende, Veranstaltungen ohne Eintritt
  • Bücherei: Viele Bibliotheken verleihen Bücher, Hörbücher und digitale Medien sehr günstig.
  • Gebraucht kaufen: Kleidung, Elektronik und Möbel

Verträge

  • Jährlich vergleichen: Strom, Internet und Handy
  • Abos prüfen: Brauchst du alle Streamingdienste?
  • Prepaid: oft günstiger und flexibler als ein langer Vertrag

Wie baust du dir als Azubi einen Notgroschen auf?

Leg jeden Monat einen festen Betrag zur Seite, auch wenn er klein ist. Am einfachsten klappt das mit einem Dauerauftrag, der direkt nach dem Gehaltseingang auf ein separates Sparkonto überweist.

Ein Notgroschen hilft dir bei unerwarteten Ausgaben wie einer Reparatur oder einer Nachzahlung. Ein gutes erstes Ziel ist ein Betrag, der eine Monatsausgabe abdeckt.

Wie vermeidest du Schulden in der Ausbildung?

Die wichtigste Regel lautet: Gib nicht mehr aus, als du einnimmst. Kredite sind in der Ausbildung nur selten eine gute Idee.

  • Vermeide Ratenkäufe und Konsumkredite, denn Zinsen machen alles teurer.
  • Nutze den Dispokredit nicht dauerhaft, die Zinsen sind meist hoch.
  • Lass dich nicht zu langen, teuren Verträgen überreden.
  • Sei vorsichtig mit „Jetzt kaufen, später zahlen“, das verleitet zu Ausgaben, die du dir nicht leisten kannst.

Musst du als Azubi Steuern zahlen?

Bei den meisten Ausbildungsvergütungen fällt keine Lohnsteuer an. In Steuerklasse I wird 2026 nach dem Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums erst ab rund 1.426 Euro brutto im Monat Lohnsteuer fällig.

Wurde dir trotzdem Lohnsteuer abgezogen, kann sich eine Steuererklärung lohnen. Mehr dazu im Ratgeber Steuern in der Ausbildung.

Was solltest du dir zu Finanzen in der Ausbildung merken?

Ein bewusster Umgang mit Geld ist wichtiger als jeden Cent dreimal umzudrehen. Mach ein Budget, nutze Rabatte, vergleiche Verträge und bau dir einen Notgroschen auf.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Die Angaben stammen aus dem Zahlungskontengesetz, dem Sozialgesetzbuch, Angaben des Hessischen Verkehrsministeriums zum Deutschlandticket und dem Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:

§ 31 ZKG, § 41 ZKG, § 150 SGB VII, § 8 SGB IV, § 32 EStG, § 66 EStG, Hessen: Deutschlandticket ab 2027, BMF-Steuerrechner

Häufige Fragen

Bekommen meine Eltern in der Ausbildung weiter Kindergeld?

Ja, bis zu deinem 25. Geburtstag kann für dich während der Ausbildung Kindergeld gezahlt werden. Es beträgt 2026 259 Euro im Monat (§ 66 EStG). Ob deine Eltern es an dich weitergeben, ist eure Absprache.

Wie viel sollte ich als Azubi sparen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Wichtig ist, regelmäßig etwas zurückzulegen, auch kleine Beträge. Ein Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang macht es leichter.

Darf ich neben der Ausbildung einen Minijob machen?

Grundsätzlich ja, solange die Ausbildung nicht darunter leidet und die Grenzen der Arbeitszeit eingehalten werden. Ein Minijob neben der Ausbildung wird in der Sozialversicherung nicht mit der Vergütung zusammengerechnet (§ 8 Abs. 2 SGB IV). Mehr dazu im Ratgeber Nebenjob in der Ausbildung.

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Stand: Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr