Gehalt & Finanzen1. Dezember 2025

Gehalt nach der Ausbildung – Was kannst du verdienen?

Was verdient man nach der Ausbildung? Einstiegsgehälter nach Beruf, Branche und Region sowie Tipps für mehr Gehalt von Anfang an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einstiegsgehälter nach der Ausbildung liegen je nach Beruf zwischen 2.000 und 3.500 Euro brutto
  • Branche, Region und Betriebsgröße beeinflussen das Gehalt am stärksten
  • Tarifgebundene Unternehmen zahlen durchschnittlich 10-20% mehr
  • Mit Meister oder Fachwirt steigt das Gehalt um 20-30%
  • In den ersten 5-10 Berufsjahren steigt das Gehalt typischerweise um 30-50%

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Du hast deine Ausbildung geschafft – herzlichen Glückwunsch! Jetzt steht die spannende Frage im Raum: Was wirst du verdienen? Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung ist in der Regel deutlich höher als die Ausbildungsvergütung. Je nach Beruf, Branche und Region kannst du mit einem Bruttolohn von 2.000 bis über 3.500 Euro rechnen.

In diesem Artikel geben wir dir einen umfassenden Überblick über Einstiegsgehälter nach der Ausbildung, zeigen dir die bestbezahlten Berufe und verraten Tipps, wie du von Anfang an mehr verdienst.

Durchschnittliche Einstiegsgehälter nach Beruf

Die folgenden Beträge sind monatliche Bruttogehälter für Berufseinsteiger nach der Ausbildung (Vollzeit, Durchschnittswerte):

Kaufmännische Berufe

  • Bankkaufmann/-frau: 2.800–3.400 Euro
  • Versicherungskaufmann/-frau: 2.700–3.300 Euro
  • Industriekaufmann/-frau: 2.600–3.200 Euro
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement: 2.300–2.800 Euro
  • Einzelhandelskaufmann/-frau: 2.200–2.700 Euro
  • Speditionskaufmann/-frau: 2.400–3.000 Euro

Technische und handwerkliche Berufe

  • Mechatroniker/in: 2.700–3.200 Euro
  • Industriemechaniker/in: 2.600–3.100 Euro
  • Elektroniker/in: 2.500–3.000 Euro
  • Kfz-Mechatroniker/in: 2.300–2.800 Euro
  • Anlagenmechaniker/in SHK: 2.500–3.100 Euro
  • Tischler/in: 2.200–2.700 Euro
  • Maurer/in: 2.600–3.000 Euro

IT-Berufe

  • Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung: 2.800–3.500 Euro
  • Fachinformatiker/in Systemintegration: 2.600–3.300 Euro
  • IT-Systemkaufmann/-frau: 2.500–3.200 Euro

Medizin und Pflege

  • Medizinische/r Fachangestellte/r: 2.200–2.700 Euro
  • Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r: 2.100–2.500 Euro
  • Pflegefachmann/-frau: 2.800–3.300 Euro

Gastronomie und Dienstleistung

  • Koch/Köchin: 2.100–2.600 Euro
  • Hotelfachmann/-frau: 2.000–2.500 Euro
  • Friseur/in: 1.900–2.300 Euro

Faktoren, die dein Gehalt beeinflussen

1. Branche

Die Branche ist einer der wichtigsten Gehaltsfaktoren. Besonders gut zahlen:

  • Chemie und Pharma: Durchschnittlich 15-25 % über dem Gesamtschnitt
  • Automobil und Maschinenbau: Starke Tarifverträge, hohe Gehälter
  • Finanzdienstleistungen: Banken und Versicherungen zahlen überdurchschnittlich
  • IT: Hohe Nachfrage treibt die Gehälter

2. Region

Das Gehalt variiert stark nach Region:

  • Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg): Höchste Gehälter, aber auch höhere Lebenshaltungskosten
  • Westdeutschland (NRW, Hessen): Überdurchschnittliche Gehälter, starke Industrieregion
  • Norddeutschland: Durchschnittliche Gehälter, starke Hafenwirtschaft
  • Ostdeutschland: Niedrigere Gehälter, aber auch niedrigere Lebenshaltungskosten – das Gefälle wird kleiner

3. Betriebsgröße

Große Unternehmen zahlen in der Regel 15 bis 25 % mehr als kleine Betriebe:

  • Bis 50 Mitarbeiter: Unterdurchschnittliche Gehälter, dafür oft familiäre Atmosphäre
  • 50-500 Mitarbeiter: Durchschnittliche Gehälter
  • Über 500 Mitarbeiter: Überdurchschnittliche Gehälter, oft tarifgebunden

4. Tarifvertrag

Tarifgebundene Unternehmen zahlen durchschnittlich 10-20 % mehr als nicht-tarifgebundene. Zudem gibt es oft automatische Gehaltserhöhungen und Zusatzleistungen.

5. Qualifikation und Weiterbildung

Mit zusätzlichen Qualifikationen steigt dein Gehalt:

  • Meister: +20-30 % gegenüber Gesellen
  • Fachwirt: +15-25 %
  • Techniker: +20-30 %
  • Spezialisierungen: Nischenwissen wird oft gut bezahlt

Gehaltsentwicklung in den ersten Jahren

Dein Gehalt wird in den ersten Berufsjahren steigen – besonders, wenn du Leistung zeigst und dich weiterentwickelst:

  • Jahr 1-2: Einstiegsgehalt, Orientierungsphase
  • Jahr 3-5: Erste Gehaltserhöhungen, typisch +10-20 %
  • Jahr 5-10: Deutlicher Anstieg, besonders mit Weiterbildung oder Führungsverantwortung
  • Ab Jahr 10: Erfahrene Fachkräfte und Meister verdienen oft 50-100 % mehr als zum Einstieg

Tipps für ein höheres Einstiegsgehalt

1. Marktrecherche

Informiere dich vor der Gehaltsverhandlung über das übliche Gehaltsniveau in deinem Beruf, deiner Region und deiner Branche. Nutze Gehaltsportale, Tarifverträge und das Netzwerk deiner Berufsschulkontakte.

2. Gute Prüfungsergebnisse

Ein sehr gutes Prüfungsergebnis ist ein starkes Argument in der Gehaltsverhandlung. Es zeigt, dass du qualifiziert und engagiert bist.

3. Zusatzqualifikationen

Jede zusätzliche Qualifikation – sei es ein Sprachzertifikat, ein EDV-Kurs oder eine Spezialisierung – kann dein Einstiegsgehalt erhöhen.

4. Bereitschaft zeigen

Signalisiere dem Arbeitgeber, dass du leistungsbereit und flexibel bist. Bereitschaft zu Überstunden, Schichtarbeit oder Reisen kann sich positiv auf das Gehalt auswirken.

5. Mehrere Angebote einholen

Bewirb dich bei mehreren Unternehmen und vergleiche die Angebote. Ein Alternativangebot kann ein starkes Verhandlungsargument sein.

6. Gesamtpaket verhandeln

Neben dem Grundgehalt gibt es oft Zusatzleistungen, die verhandelbar sind:

  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Firmenwagen oder Fahrtkostenzuschuss
  • Weiterbildungsbudget
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Homeoffice-Möglichkeit

Gehaltstransparenz

Seit dem Entgelttransparenzgesetz hast du das Recht, in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern zu erfahren, was Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen. Nutze dieses Recht, um einzuschätzen, ob dein Gehalt angemessen ist.

Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Leider gibt es auch nach der Ausbildung noch einen Gender Pay Gap – also einen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen. Im Durchschnitt verdienen Frauen nach der Ausbildung etwa 5 bis 10 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Positionen. Die Gründe sind vielfältig: unterschiedliche Berufswahl, strukturelle Benachteiligung und teilweise geringere Verhandlungsbereitschaft.

Wenn du als Frau nach der Ausbildung ins Berufsleben startest, informiere dich genau über das übliche Gehaltsniveau und verhandle selbstbewusst. Du hast die gleiche Ausbildung abgeschlossen und verdienst das gleiche Gehalt wie deine männlichen Kollegen.

Gehaltsportale und Vergleichsmöglichkeiten

Um eine realistische Einschätzung deines Marktwerts zu bekommen, nutze verschiedene Gehaltsportale und Vergleichstools:

  • Gehalt.de: Umfangreiche Datenbank mit Gehaltsanalysen nach Beruf, Region und Erfahrung
  • Glassdoor: Gehaltsangaben von Mitarbeitern verschiedener Unternehmen
  • Kununu: Neben Arbeitgeberbewertungen auch Gehaltsangaben
  • Tarifverträge: Die Gewerkschaften veröffentlichen aktuelle Tariflohntabellen online
  • Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Offizielle Statistiken zu Verdiensten nach Beruf und Region

Vergleiche immer mehrere Quellen, da die Angaben je nach Datenbasis variieren können. Achte auch auf die Unterscheidung zwischen Brutto und Netto sowie auf die regionalen Unterschiede.

Gehaltsverhandlung beim Berufseinstieg

Dein Einstiegsgehalt ist die Basis für alle zukünftigen Gehaltserhöhungen. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an gut zu verhandeln. Bereite dich gründlich vor, kenne deinen Marktwert und trete selbstbewusst auf. Denke daran: Der Arbeitgeber möchte dich einstellen – er hat ein Interesse daran, eine faire Vereinbarung zu treffen.

Wenn du unsicher bist, wie du eine Gehaltsverhandlung führen sollst, lies unseren ausführlichen Ratgeber zur Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung mit konkreten Tipps, Formulierungen und Strategien.

Gehalt und Lebenshaltungskosten

Bei der Bewertung deines Gehalts solltest du immer die Lebenshaltungskosten am jeweiligen Standort berücksichtigen. Ein Gehalt von 2.500 Euro in einer ländlichen Region kann mehr Kaufkraft haben als 3.000 Euro in München oder Frankfurt, wo die Mieten einen Großteil des Einkommens auffressen.

Typische monatliche Kosten für Berufseinsteiger nach der Ausbildung:

  • Miete (warm): 400–800 Euro (stark standortabhängig)
  • Lebensmittel: 200–350 Euro
  • Mobilität: 50–200 Euro (ÖPNV oder Auto)
  • Versicherungen: 50–100 Euro
  • Freizeit und Kleidung: 100–200 Euro
  • Rücklagen: 100–200 Euro (empfohlen)

Ein realistischer Finanzplan hilft dir, mit deinem Einstiegsgehalt gut über die Runden zu kommen und gleichzeitig Rücklagen aufzubauen. Nutze kostenlose Budgetplanungs-Tools oder Apps, um den Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben zu behalten.

Fazit

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt je nach Beruf und Branche zwischen 2.000 und 3.500 Euro brutto. Mit der richtigen Branche, einem guten Prüfungsergebnis und geschickter Verhandlung kannst du von Anfang an mehr verdienen. Vergiss nicht: Das Einstiegsgehalt ist nur der Anfang. Mit Berufserfahrung, Weiterbildung und Engagement steigt dein Gehalt in den folgenden Jahren deutlich an. Investiere in deine Qualifikation – es zahlt sich aus.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man nach der Ausbildung durchschnittlich?
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei etwa 2.500 bis 2.800 Euro brutto monatlich. Gut bezahlte Berufe wie Bankkaufmann, Mechatroniker oder Fachinformatiker starten bei 2.800 bis 3.500 Euro.
Verdient man in Süddeutschland wirklich mehr?
Ja, in Bayern und Baden-Württemberg sind die Gehälter durchschnittlich 10-20% höher als im Bundesdurchschnitt. Allerdings sind auch die Lebenshaltungskosten, besonders Mieten, deutlich höher.
Lohnt sich eine Weiterbildung finanziell?
Absolut. Mit einem Meister, Techniker oder Fachwirt verdienst du durchschnittlich 20-30% mehr als ohne Weiterbildung. Zudem eröffnen sich Führungspositionen mit noch höherem Gehaltspotenzial.
Soll ich das erste Gehaltsangebot annehmen?
Nicht unbedingt. Informiere dich vorher über das branchenübliche Gehalt und verhandle sachlich. In den meisten Fällen gibt es einen Verhandlungsspielraum von 5-15%. Neben dem Grundgehalt kannst du auch Zusatzleistungen verhandeln.

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Stand: Dezember 2025 · Alle Angaben ohne Gewähr