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Gehalt & FinanzenVon der Genieportal-Redaktion · Aktualisiert am

Gehalt nach der Ausbildung: Was kannst du verdienen?

Was verdienst du nach der Ausbildung? Echte Mittelwerte aus dem Entgeltatlas nach Beruf, Region und Branche plus Tipps für ein höheres Einstiegsgehalt.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓Unter 25 Jahren liegt der Median in gängigen Ausbildungsberufen etwa zwischen 2.250 und 4.300 Euro brutto
  • ✓Beruf, Region und Branche beeinflussen das Gehalt am stärksten
  • ✓Im Westen und in Großstädten wird meist mehr gezahlt als im Osten
  • ✓Meister und Techniker verdienen deutlich mehr als Fachkräfte ohne Fortbildung
  • ✓Der Entgeltatlas der Arbeitsagentur ist die verlässlichste Vergleichsquelle

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung verdienst du deutlich mehr als während der Ausbildung, wie viel genau, hängt stark vom Beruf ab. Im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der mittlere Bruttomonatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten unter 25 Jahren in gängigen Ausbildungsberufen etwa zwischen 2.250 und 4.300 Euro.

Der Entgeltatlas wertet die Meldungen zur Sozialversicherung aus (Stichtag 31. Dezember 2025) und zeigt den Median. Die Hälfte der Beschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Die Altersgruppe unter 25 Jahren ist eine gute Annäherung an das Einstiegsgehalt, weil dort vor allem Berufseinsteiger stehen.

Was verdienst du nach der Ausbildung je nach Beruf?

Die Spanne zwischen den Berufen ist groß: Bankkaufleute, Pflegefachkräfte und Industriemechaniker liegen unter 25 Jahren bei rund 4.000 Euro, Friseure und Köche deutlich darunter. Die Tabelle zeigt monatliche Bruttoverdienste in Vollzeit laut Entgeltatlas.

BerufMedian unter 25 JahrenMedian alle Altersgruppen
Bankkaufmann/-frau4.007 €5.980 €
Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen3.944 €5.534 €
Industriekaufmann/-frau3.495 €4.712 €
Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung3.199 €3.980 €
Kaufmann/-frau für Büromanagement3.120 €4.022 €
Kaufmann/-frau im Einzelhandel2.544 €2.976 €
Industriemechaniker/in4.072 €4.573 €
Mechatroniker/in3.770 €4.105 €
Maurer/in3.536 €3.894 €
Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik3.362 €3.935 €
Anlagenmechaniker/in SHK3.292 €3.884 €
Kfz-Mechatroniker/in3.114 €3.755 €
Tischler/in2.914 €3.355 €
Fachinformatiker/in Systemintegration3.786 €5.189 €
Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung3.622 €4.612 €
Pflegefachmann/-frau4.288 €4.587 €
Medizinische/r Fachangestellte/r3.105 €3.329 €
Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r2.702 €2.841 €
Hotelfachmann/-frau2.761 €2.942 €
Koch/Köchin2.685 €3.018 €
Friseur/in2.251 €2.236 €

Die Werte gelten für die ganze Berufsgruppe nach der Klassifikation der Berufe. Darin sind auch Beschäftigte mit ähnlicher Tätigkeit enthalten, die einen anderen Abschluss haben. Für deinen Beruf kannst du im Entgeltatlas selbst nachsehen und nach Bundesland, Branche, Geschlecht und Alter filtern.

Welche Faktoren beeinflussen dein Gehalt nach der Ausbildung?

Dein Gehalt hängt neben dem Beruf vor allem von Region, Branche, Tarifbindung und deiner weiteren Qualifikation ab. Die Unterschiede innerhalb eines Berufs können mehrere Hundert Euro im Monat ausmachen.

1. Region

In Westdeutschland und in großen Städten sind die Verdienste meist höher als in Ostdeutschland. Zwei Beispiele aus dem Entgeltatlas (Median, alle Altersgruppen):

  • Kaufleute für Büromanagement: 4.339 Euro in Hessen, 3.404 Euro in Sachsen-Anhalt
  • Industriemechaniker: 4.895 Euro in Baden-Württemberg, 3.731 Euro in Thüringen

Höhere Gehälter in Großstädten gehen oft mit höheren Mieten einher. Vergleiche deshalb immer, was dir nach den festen Kosten übrig bleibt.

2. Branche

Derselbe Beruf wird in verschiedenen Branchen unterschiedlich bezahlt. Kaufleute für Büromanagement kommen im Finanz- und Versicherungsgewerbe auf einen Median von 4.711 Euro, im Bereich Handel, Verkehr, Lagerei und Gastgewerbe auf 3.636 Euro.

3. Tarifvertrag

In tarifgebundenen Betrieben ist dein Gehalt in einer Entgeltgruppe festgelegt und steigt mit Tariferhöhungen und Stufen automatisch. Frag im Vorstellungsgespräch, ob ein Tarifvertrag gilt und in welche Entgeltgruppe du eingestuft wirst.

4. Qualifikation und Weiterbildung

Eine Aufstiegsfortbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt hebt das Gehalt meist deutlich. Im Entgeltatlas (Median, alle Altersgruppen) liegen zum Beispiel:

  • Industriemeister Metall: 6.166 Euro, Industriemechaniker 4.573 Euro
  • Elektrotechnikermeister: 5.744 Euro, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik 3.935 Euro
  • Tischlermeister: 4.179 Euro, Tischler 3.355 Euro

Wie entwickelt sich dein Gehalt in den ersten Berufsjahren?

Mit wachsender Berufserfahrung steigt dein Gehalt in den meisten Berufen spürbar. Bei Kaufleuten für Büromanagement liegt der Median unter 25 Jahren bei 3.120 Euro, zwischen 25 und 55 Jahren bei 4.038 Euro.

Wie schnell es nach oben geht, hängt von Tarifstufen, Leistung, Arbeitgeberwechseln und Weiterbildungen ab. In handwerklichen und gastronomischen Berufen ist der Abstand zwischen jung und erfahren oft kleiner als in kaufmännischen und technischen Berufen.

Wie bekommst du ein höheres Einstiegsgehalt?

Ein höheres Einstiegsgehalt erreichst du mit guter Vorbereitung, einem starken Abschluss und Vergleichsangeboten. Verhandle außerdem das Gesamtpaket und nicht nur das Grundgehalt.

1. Marktwert recherchieren

Informiere dich vor dem Gespräch über das übliche Gehalt in deinem Beruf, deiner Region und deiner Branche. Gute Quellen sind der Entgeltatlas und die Tariftabellen deiner Branche.

2. Gute Prüfungsergebnisse

Ein sehr gutes Prüfungsergebnis ist ein starkes Argument. Es zeigt, dass du dein Fach beherrschst.

3. Zusatzqualifikationen

Ein Sprachzertifikat, ein IT-Kurs oder eine Zusatzqualifikation aus der Ausbildung kann deinen Wert für den Betrieb erhöhen.

4. Mehrere Angebote einholen

Bewirb dich bei mehreren Unternehmen und vergleiche die Angebote. Ein Alternativangebot stärkt deine Position.

5. Gesamtpaket verhandeln

Neben dem Grundgehalt gibt es oft Zusatzleistungen, über die du sprechen kannst:

  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • Betriebliche Altersvorsorge und vermögenswirksame Leistungen
  • Jobticket oder Fahrtkostenzuschuss
  • Weiterbildungsbudget
  • Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice

Darfst du erfahren, was Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen?

In Betrieben mit in der Regel mehr als 200 Beschäftigten hast du nach dem Entgelttransparenzgesetz einen Auskunftsanspruch. Du erfährst dabei nicht das Gehalt einzelner Kollegen, sondern den Median des Bruttoentgelts der Beschäftigten des anderen Geschlechts, die eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit ausüben.

Die Anfrage stellst du in Textform. Wird die Vergleichstätigkeit von weniger als sechs Personen des anderen Geschlechts ausgeübt, wird das Vergleichsentgelt aus Datenschutzgründen nicht genannt. Eine neue Anfrage ist in der Regel erst nach zwei Jahren möglich.

Gibt es nach der Ausbildung einen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen?

Ja, im Durchschnitt verdienen Frauen weniger als Männer, auch wenn der Unterschied beim Berufseinstieg oft klein ist. Laut Statistischem Bundesamt lag der unbereinigte Gender Pay Gap 2025 bei 16 Prozent, bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie bei 6 Prozent.

Bei jungen Beschäftigten ist die Lücke im Entgeltatlas deutlich kleiner. Bei Kaufleuten für Büromanagement unter 25 Jahren liegen Männer bei 3.150 Euro und Frauen bei 3.109 Euro, über alle Altersgruppen bei 4.621 und 3.823 Euro. Informiere dich deshalb genau über das übliche Gehalt und verhandle selbstbewusst.

Wo kannst du dein Gehalt verlässlich vergleichen?

Am verlässlichsten sind der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und die Tarifverträge deiner Branche. Der Entgeltatlas beruht auf den Meldungen aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten und nicht auf freiwilligen Angaben.

  • Entgeltatlas: Median und Spannbreite nach Beruf, Region, Branche, Alter und Geschlecht
  • Tarifverträge: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände veröffentlichen ihre Entgelttabellen
  • BERUFENET: Informationen zu jedem Beruf, auch zu Ausbildungsvergütungen

Gehaltsportale beruhen auf freiwilligen Angaben ihrer Nutzer und sind deshalb weniger belastbar. Achte beim Vergleich immer darauf, ob Brutto oder Netto und Vollzeit oder Teilzeit gemeint ist.

Wie verhandelst du dein Gehalt beim Berufseinstieg?

Bereite dich mit einer konkreten Zahl vor, die du mit Daten zu deinem Beruf und deiner Region begründen kannst. Dein Einstiegsgehalt ist die Basis für spätere Erhöhungen, deshalb lohnt sich die Vorbereitung.

Konkrete Formulierungen und Strategien findest du im Ratgeber zur Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung. Einen Überblick über Berufe mit hoher Vergütung gibt der Ratgeber zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen.

Welche Rolle spielen die Lebenshaltungskosten bei deinem Gehalt?

Ein höheres Bruttogehalt bringt dir wenig, wenn Miete und Fahrtkosten den Vorsprung auffressen. Vergleiche Angebote aus verschiedenen Städten deshalb immer mit dem, was dir nach Steuern, Sozialabgaben und festen Kosten bleibt.

Plane mit deinem ersten Gehalt eine feste Summe für Rücklagen ein. Eine einfache Übersicht über Einnahmen und Ausgaben, etwa in einer Tabelle oder Budget-App, hilft dir dabei.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Die Gehaltswerte stammen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag 31.12.2025), die Angaben zum Gender Pay Gap vom Statistischen Bundesamt, die Rechtsangaben aus dem Entgelttransparenzgesetz, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:

Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Destatis: Gender Pay Gap 2025, § 10 EntgTranspG, § 11 EntgTranspG, § 12 EntgTranspG

Was solltest du dir zum Gehalt nach der Ausbildung merken?

Dein Einstiegsgehalt hängt vor allem vom Beruf, der Region und der Branche ab. Prüfe die Werte für deinen Beruf im Entgeltatlas, verhandle mit konkreten Zahlen und denk an Weiterbildung, denn ein Meister- oder Technikerabschluss hebt das Gehalt meist deutlich.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man nach der Ausbildung durchschnittlich?

Das hängt stark vom Beruf ab. Im Entgeltatlas liegt der Median für Vollzeitbeschäftigte unter 25 Jahren zum Beispiel bei 3.120 Euro für Kaufleute für Büromanagement, 4.072 Euro für Industriemechaniker und 2.685 Euro für Köche.

Verdient man in Süddeutschland wirklich mehr?

In vielen Berufen ja, vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und in Großstädten. Im Osten liegen die Mediane meist niedriger. Dafür sind die Mieten in München oder Stuttgart deutlich höher.

Lohnt sich eine Weiterbildung finanziell?

Meist ja. Industriemeister Metall kommen im Entgeltatlas auf einen Median von 6.166 Euro, Industriemechaniker auf 4.573 Euro. Die Fortbildung kann mit dem Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Soll ich das erste Gehaltsangebot annehmen?

Nicht ungeprüft. Vergleiche das Angebot mit dem Entgeltatlas und, falls vorhanden, mit dem Tarifvertrag. Liegt es deutlich darunter, sprich das sachlich an und begründe deinen Wunsch mit diesen Zahlen.

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Stand: Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr