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Azubi-LebenVon der Genieportal-Redaktion · Aktualisiert am

Digitale Tools und Apps für Azubis im Überblick

Digitale Tools für Azubis: Lern-Apps, Karteikarten, Organisation, Notizen, digitales Berichtsheft, KI-Helfer und worauf du bei Datenschutz achtest.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓Karteikarten-Apps wie Anki oder Quizlet unterstützen das Lernen mit Wiederholung
  • ✓Fachliteratur für Ausbildung und Prüfung muss dir der Betrieb kostenlos stellen
  • ✓Für das digitale Berichtsheft legt meist der Betrieb die Lösung fest
  • ✓KI-Tools können beim Lernen helfen, Antworten aber immer prüfen und keine Betriebsdaten eingeben
  • ✓Wenige gut genutzte Tools bringen mehr als viele halb genutzte

Wie können Apps und Tools dir in der Ausbildung helfen?

Apps und Online-Tools helfen dir beim Lernen, beim Organisieren deines Alltags und beim Führen des Berichtshefts. Richtig eingesetzt sparen sie Zeit und machen Lernstoff greifbarer.

In diesem Ratgeber stellen wir dir verbreitete digitale Helfer für Azubis vor. Preise und Funktionen ändern sich häufig, prüfe sie deshalb immer direkt beim Anbieter.

Welche Lern-Apps helfen dir bei der Prüfungsvorbereitung?

Bewährt sind Karteikarten-Apps wie Anki oder Quizlet, Erklärvideos zum Beispiel von simpleclub und Lernplattformen zur Prüfungsvorbereitung wie Prozubi. Dazu kommen Prüfungstrainer von Fachverlagen.

Anki: Karteikarten mit System

Anki arbeitet mit verteilter Wiederholung. Karten, die du schon gut kannst, kommen seltener, schwierige häufiger. Du kannst eigene Karten anlegen oder fertige Kartensätze der Community nutzen.

Quizlet: einfache Lernsets

Quizlet bietet neben Karteikarten verschiedene Lernmodi und Tests. Praktisch ist es, mit deiner Berufsschulklasse gemeinsame Lernsets anzulegen.

simpleclub: Erklärvideos

simpleclub bietet Erklärvideos und Übungen, auch zu Inhalten bestimmter Ausbildungsberufe. Welche Berufe abgedeckt sind und was die Vollversion kostet, siehst du auf der Webseite des Anbieters.

Prozubi und Prüfungstrainer

Prozubi ist eine Lernplattform zur Vorbereitung auf Zwischen- und Abschlussprüfungen. Fachverlage wie U-Form oder Christiani bieten zusätzlich Prüfungstrainer und Übungsmaterial für viele Berufe an.

Tipp: Frag deinen Ausbilder, ob der Betrieb Lernmaterial bezahlt. Fachliteratur, die du für die Ausbildung und die Prüfungen brauchst, muss er dir kostenlos zur Verfügung stellen (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 BBiG).

Welche Tools helfen dir, deine Ausbildung zu organisieren?

Für die Organisation reichen meist ein digitaler Kalender, eine Aufgaben-App und ein Notiztool. Viele dieser Programme gibt es in einer kostenlosen Grundversion.

Notion

Notion verbindet Notizen, Aufgaben und Tabellen in einer App. Du kannst damit Berufsschulnotizen strukturieren, Lernpläne erstellen und ein eigenes Wissens-Wiki aufbauen.

Todoist oder Microsoft To Do

Mit einer Aufgaben-App behältst du den Überblick über Aufgaben, Fristen und Erinnerungen, etwa für dein Berichtsheft.

Digitaler Kalender

Ein Kalender auf dem Handy hilft dir im Azubi-Alltag:

  • Berufsschultermine eintragen
  • Prüfungstermine markieren
  • Lernzeiten blocken
  • Erinnerungen für Berichtsheft und Fristen setzen

Welche Notizen-Apps eignen sich für Berufsschulnotizen?

Gut geeignet sind Notizbuch-Apps wie OneNote, mit Tablet und Stift auch Apps für handschriftliche Notizen wie GoodNotes oder Notability. Wichtig ist, dass du deine Notizen nach Fächern oder Lernfeldern ordnest.

  • OneNote: Notizbücher mit Abschnitten, Zeichnungen und eingefügten PDFs. Frag in deiner Berufsschule, ob sie dir Office-Programme bereitstellt.
  • GoodNotes und Notability: für handschriftliche Notizen und das Beschriften von PDFs auf dem Tablet

Welche Apps kannst du für dein digitales Berichtsheft nutzen?

Für das digitale Berichtsheft gibt es Web-Anwendungen wie BLok, Lösungen einzelner Kammern und Branchen sowie Word- oder PDF-Vorlagen. Welche Lösung du nutzt, legt meist dein Betrieb fest, und die Form des Nachweises steht in deinem Ausbildungsvertrag.

  • BLok: eine Web-Anwendung der BPS GmbH für alle Ausbildungsberufe, die der Betrieb einrichtet. Ausbilder können Einträge digital prüfen und unterschreiben.
  • Kammer- und Branchenlösungen: Manche IHKs und Branchenverbände haben eigene Anwendungen.
  • Vorlagen: Viele Kammern bieten Vorlagen für tägliche oder wöchentliche Berichte.

Nötige Programme stellt dir der Betrieb laut Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses kostenlos zur Verfügung. Mehr dazu im Ratgeber Digitaler Ausbildungsnachweis.

Welche Apps helfen dir, beim Lernen fokussiert zu bleiben?

Fokus-Apps wie Forest oder Pomodoro-Timer helfen dir, das Handy beim Lernen wegzulegen. Bei der Pomodoro-Methode lernst du zum Beispiel 25 Minuten konzentriert und machst dann eine kurze Pause.

  • Forest: Ein virtueller Baum wächst, solange du das Handy nicht benutzt.
  • Pomodoro-Timer: Viele Apps verbinden Lernintervalle mit einer Aufgabenliste.
  • Fokusmodus des Handys: Er blendet Benachrichtigungen während der Lernzeit aus und kostet nichts extra.

Welche Websites sind für Azubis nützlich?

Verlässliche Informationen findest du vor allem bei öffentlichen Stellen. Für Lernmaterial lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Seiten deiner Kammer und deiner Berufsschule.

  • Deine IHK oder HWK: Prüfungstermine, Prüfungsinformationen und Ausbildungsberatung
  • meinBERUF der Bundesagentur für Arbeit: Berufe, Ausbildung und Bewerbung
  • BERUFENET: Steckbriefe zu allen Berufen mit Inhalten, Dauer und Vergütungsangaben
  • BIBB: Ausbildungsordnungen und die Datenbank der tariflichen Ausbildungsvergütungen

Wie kannst du KI-Tools sinnvoll in der Ausbildung nutzen?

KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude können dir Themen erklären, Übungsfragen stellen und Texte verbessern. Prüfe die Antworten aber immer, denn sie können Fehler enthalten.

  • Erklären lassen: Lass dir schwierige Themen in einfachen Worten erklären und frag nach Beispielen.
  • Abfragen lassen: Lass dir Übungsfragen zu einem Lernfeld stellen.
  • Übersetzen und Korrigieren: DeepL hilft bei fremdsprachigen Texten, LanguageTool bei Rechtschreibung und Grammatik.
  • Berufsorientierung: Unser KI-Berufsfinder schlägt dir passende Ausbildungsberufe vor.

Gib keine vertraulichen Betriebsinformationen in KI-Tools ein. Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse musst du wahren (§ 13 Satz 2 Nr. 6 BBiG). Dein Berichtsheft schreibst du selbst, laut BIBB-Empfehlung führst du es selbstständig.

Worauf solltest du beim Einsatz digitaler Tools achten?

Beschränke dich auf wenige Tools, die du wirklich nutzt, und teste zuerst kostenlose Versionen. Achte außerdem auf Datenschutz und auf Ablenkung.

  • Weniger ist mehr: Ein paar gut genutzte Tools bringen mehr als viele halb genutzte.
  • Kostenlos testen: Viele Apps haben kostenlose Grundversionen.
  • Abos im Blick behalten: Kündige Probeabos rechtzeitig, wenn du sie nicht brauchst.
  • Datenschutz: Lade keine vertraulichen Betriebsdaten in private Cloud-Apps hoch.
  • Ablenkung vermeiden: Nutze Fokusfunktionen gegen Social-Media-Pausen.

Was solltest du dir zu digitalen Tools für Azubis merken?

Die richtigen digitalen Tools können dir die Ausbildung erleichtern, vom Lernen bis zum Berichtsheft. Wähle wenige, passende Helfer aus, prüfe Kosten beim Anbieter und geh sorgsam mit Betriebsdaten um. Mehr Lerntipps findest du im Ratgeber Digitale Lernmittel.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Die rechtlichen Angaben stammen aus dem Berufsbildungsgesetz und der Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:

§ 13 BBiG, § 14 BBiG, BIBB-Hauptausschuss: Empfehlung Ausbildungsnachweise, BLok Online-Berichtsheft, meinBERUF der Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Welche Lern-App ist am besten für die IHK-Prüfung?

Das hängt von deinem Lerntyp ab. Für Fachbegriffe eignen sich Karteikarten-Apps, für Verständnis Erklärvideos und für die Prüfung selbst Prüfungstrainer mit alten Aufgaben. Am besten kombinierst du mehrere Wege.

Muss mein Betrieb Lern-Apps bezahlen?

Einen Anspruch auf eine bestimmte App hast du nicht. Fachliteratur und Ausbildungsmittel, die für die Ausbildung und die Prüfungen erforderlich sind, muss der Betrieb aber kostenlos stellen. Frag deinen Ausbilder.

Brauche ich für die Ausbildung ein Tablet oder einen Laptop?

Nicht unbedingt. Viele Apps laufen auch auf dem Smartphone. Hard- und Software, die für digitales mobiles Ausbilden zusätzlich nötig ist, muss dir der Betrieb kostenlos stellen (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 BBiG).

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Stand: Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr