Bewerbung & Vorstellungsgespräch15. Oktober 2025

Praktikum vor der Ausbildung – Vorteile & Tipps

Warum ein Praktikum vor der Ausbildung sinnvoll ist, wie du den passenden Praktikumsplatz findest und was du dabei beachten solltest – der komplette Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Praktikum hilft bei der Berufsorientierung und zeigt den echten Arbeitsalltag
  • Praxiserfahrung ist ein großer Vorteil in der Ausbildungsbewerbung
  • Verschiedene Praktikumsarten: Schulpraktikum, freiwilliges Praktikum, EQ
  • Eigeninitiative zeigen und auch direkt bei Unternehmen anfragen
  • Praktikumszeugnis sichern und Kontakte für die Zukunft pflegen

Warum ein Praktikum vor der Ausbildung sinnvoll ist

Ein Praktikum ist eine der besten Möglichkeiten, einen Beruf kennenzulernen, bevor du dich für eine Ausbildung entscheidest. Es gibt dir die Chance, in den Arbeitsalltag hineinzuschnuppern, eigene Stärken zu entdecken und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Viele Jugendliche stehen vor der Frage, welcher Beruf zu ihnen passt. Ein Praktikum hilft dir, diese Frage praxisnah zu beantworten. Du erlebst den Beruf nicht nur in der Theorie, sondern hautnah im Alltag – mit allen Höhen und Tiefen.

Die Vorteile eines Praktikums

1. Berufsorientierung

Das Praktikum ist deine Chance, verschiedene Berufsfelder auszuprobieren. Vielleicht stellst du fest, dass der Beruf, den du dir vorgestellt hast, doch nicht zu dir passt – und sparst dir eine Ausbildung, die du abbrechen würdest. Oder du entdeckst eine Leidenschaft, die du vorher nicht kanntest.

2. Praxiserfahrung sammeln

In der Schule lernst du Theorie – im Praktikum erlebst du die Praxis. Du siehst, wie der Berufsalltag wirklich aussieht:

  • Welche Aufgaben fallen täglich an?
  • Wie ist die Arbeitsatmosphäre?
  • Mit welchen Werkzeugen, Programmen oder Materialien wird gearbeitet?
  • Wie sieht die Zusammenarbeit im Team aus?

3. Pluspunkte für die Bewerbung

Ein Praktikum im gewünschten Berufsfeld ist ein enormer Vorteil für deine Ausbildungsbewerbung. Es zeigt dem Unternehmen:

  • Du hast dich aktiv mit dem Beruf beschäftigt
  • Du weißt, was dich erwartet
  • Du bringst bereits erste Praxiserfahrung mit
  • Du bist motiviert und eigeninitiativ

4. Kontakte knüpfen

Im Praktikum lernst du Menschen kennen, die in deinem Wunschberuf arbeiten. Diese Kontakte können Gold wert sein: Viele Unternehmen stellen Praktikanten später als Auszubildende ein, weil sie sie bereits kennen und ihre Arbeit schätzen.

5. Selbstvertrauen aufbauen

Ein erfolgreiches Praktikum stärkt dein Selbstvertrauen. Du merkst, dass du im Berufsalltag zurechtkommst, und gehst selbstbewusster in Vorstellungsgespräche.

Arten von Praktika

Schülerpraktikum (Betriebspraktikum)

Die meisten Schulen organisieren ein- bis dreiwöchige Betriebspraktika in der 8., 9. oder 10. Klasse. Dieses Pflichtpraktikum ist eine erste Chance, die Arbeitswelt kennenzulernen.

Freiwilliges Praktikum

Ein freiwilliges Praktikum machst du in den Ferien oder nach dem Schulabschluss. Es kann wenige Tage bis mehrere Monate dauern und ist besonders wertvoll, weil es eigeninitiativ ist.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Die Einstiegsqualifizierung ist ein 6- bis 12-monatiges Langzeitpraktikum, das von der Agentur für Arbeit gefördert wird. Es richtet sich an Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, und kann direkt in eine Ausbildung münden.

Praxistage und Schnuppertage

Manche Unternehmen bieten einzelne Praxis- oder Schnuppertage an, an denen du einen Einblick in den Betrieb bekommst. Diese sind weniger intensiv, aber eine gute Möglichkeit, verschiedene Berufe in kurzer Zeit zu erkunden.

So findest du den passenden Praktikumsplatz

Online-Suche

  • Praktikumsbörsen: Websites wie Sprungbrett, Meinpraktikum.de oder die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
  • Unternehmenswebsites: Viele Firmen haben eine eigene Praktikums-Seite
  • Social Media: Instagram und LinkedIn werden zunehmend zur Praktikumssuche genutzt

Persönliche Kontakte

  • Eltern und Verwandte: Frag in deinem Umfeld, ob jemand Praktikumsplätze kennt
  • Lehrer: Viele Schulen haben Kooperationen mit lokalen Betrieben
  • Berufsberatung: Die Agentur für Arbeit hilft bei der Suche

Eigeninitiative

Trau dich, direkt bei Unternehmen anzufragen, auch wenn kein Praktikumsplatz ausgeschrieben ist. Viele Betriebe freuen sich über initiativbewerbungen und nehmen gerne Praktikanten auf.

Tipps für ein erfolgreiches Praktikum

Vor dem Praktikum

  • Informiere dich über das Unternehmen und den Beruf
  • Klärere organisatorische Fragen: Arbeitszeiten, Kleidung, Ansprechpartner
  • Bereite Fragen vor, die du während des Praktikums stellen möchtest
  • Besorge dir eventuell benötigte Kleidung (Sicherheitsschuhe, etc.)

Während des Praktikums

  • Sei pünktlich: Am besten 5-10 Minuten vor Arbeitsbeginn da sein
  • Zeige Interesse: Frag nach, wenn du etwas nicht verstehst, und bitte um Aufgaben
  • Sei zuverlässig: Erledige zugewiesene Aufgaben gewissenhaft
  • Sei freundlich: Grüße alle Mitarbeiter und sei höflich
  • Mach dir Notizen: Schreibe auf, was du lernst und erlebst
  • Handy weg: Privates Handy während der Arbeitszeit in der Tasche lassen

Nach dem Praktikum

  • Bedanke dich: Eine Dankes-Mail oder -karte hinterlässt einen guten Eindruck
  • Bitte um ein Zeugnis: Ein Praktikumszeugnis oder eine Bescheinigung ist wertvoll für deine Bewerbung
  • Reflektiere: Was hat dir gefallen? Was nicht? Ist dieser Beruf der richtige für dich?
  • Kontakt halten: Bleibe mit deinen Ansprechpartnern in Kontakt

Der Praktikumsbericht

Für Schülerpraktika musst du in der Regel einen Praktikumsbericht schreiben. Dieser sollte enthalten:

  • Beschreibung des Unternehmens: Branche, Größe, Standort, Produkte/Dienstleistungen
  • Tagesberichte: Was hast du an jedem Tag gemacht?
  • Beschreibung eines typischen Arbeitstages: Detaillierter Einblick in den Ablauf
  • Persönliche Bewertung: Was hat dir gefallen? Was hast du gelernt? Würdest du diesen Beruf ergreifen?

Tipp: Mache dir während des Praktikums jeden Tag kurze Notizen. So fällt dir das Schreiben des Berichts am Ende viel leichter.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Auch für Praktika gibt es rechtliche Vorgaben:

  • Jugendarbeitsschutzgesetz: Unter 15 Jahren maximal 7 Stunden pro Tag, unter 18 Jahren maximal 8 Stunden
  • Versicherung: Bei Schülerpraktika bist du über die Schule unfallversichert
  • Vergütung: Schülerpraktika und kurze freiwillige Praktika (unter 3 Monaten) müssen nicht bezahlt werden, längere Praktika schon
  • Arbeitszeiten: Keine Nacht- oder Wochenendarbeit für Minderjährige

Ein Praktikum ist eine wertvolle Investition in deine Zukunft. Nutze die Chance, um verschiedene Berufe kennenzulernen, Erfahrungen zu sammeln und deinen Weg in die Ausbildung zu finden!

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Praktikum vor der Ausbildung dauern?
Ein freiwilliges Praktikum sollte mindestens ein bis zwei Wochen dauern, um einen echten Eindruck zu bekommen. Optimal sind zwei bis vier Wochen. Bei einer Einstiegsqualifizierung (EQ) sind es 6-12 Monate.
Bekomme ich im Praktikum Geld?
Schülerpraktika und kurze freiwillige Praktika (unter 3 Monaten) müssen nicht vergütet werden. Manche Betriebe zahlen trotzdem einen kleinen Betrag oder bieten Fahrtkosten-Erstattung an. Bei der Einstiegsqualifizierung erhältst du eine Vergütung.
Kann ich mehrere Praktika machen?
Ja, auf jeden Fall! Mehrere Praktika in verschiedenen Berufen sind ideal für die Berufsorientierung. So kannst du vergleichen und herausfinden, welcher Beruf wirklich zu dir passt.
Hilft ein Praktikum wirklich bei der Ausbildungsplatzsuche?
Definitiv! Viele Unternehmen übernehmen ihre Praktikanten als Auszubildende. Außerdem macht sich ein Praktikum in deiner Bewerbung sehr gut und du kannst im Vorstellungsgespräch von konkreten Erfahrungen berichten.

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Stand: Oktober 2025 · Alle Angaben ohne Gewähr