Warum lohnt sich eine Ausbildung in Hamburg?
Hamburg ist mit 1.869.473 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands (Destatis, Stand 31.12.2025). Als Hafenstadt und Stadtstaat bietet Hamburg Ausbildungsplätze in Handel, Logistik, Industrie, Handwerk und Verwaltung.
Weil Hamburg zugleich Bundesland ist, bildet die Stadt auch für alle Landesbehörden aus.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Hamburg wurden bis zum 30. September 2025 11.682 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. In Hamburg kamen rechnerisch 89,6 Ausbildungsangebote auf 100 Bewerberinnen und Bewerber (BIBB-Erhebung, erweiterte Angebots-Nachfrage-Relation).
Welche Branchen und Ausbildungsbetriebe findest du in Hamburg?
In Hamburg bilden Betriebe aus allen großen Bereichen aus, von Handel und Dienstleistungen über Industrie und Handwerk bis zu Gesundheit und Verwaltung. Welche Berufe gerade gesucht werden, zeigt dir die Stellensuche am besten.
Öffentlicher Dienst: Die Hamburger Verwaltung bildet über das Zentrum für Aus- und Fortbildung (ZAF) aus, zum Beispiel Verwaltungsfachangestellte. Die Verwaltungsschule begleitet die praktische Ausbildung in den Dienststellen.
Hafen und Logistik: Typische Berufe sind Fachkraft für Hafenlogistik, Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung und Schifffahrtskaufleute.
Handwerk: Für Handwerksberufe ist die Handwerkskammer Hamburg zuständig, für Industrie und Handel die Handelskammer Hamburg.
Wie viel verdienst du als Azubi in Hamburg?
Wie viel du verdienst, hängt vor allem von Beruf, Branche und Tarifvertrag ab, nicht von der Stadt. Die folgende Tabelle zeigt tarifliche Beispiele für Hamburg aus dem BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit, jeweils brutto im Monat.
| Beruf (Tarifbereich) | 1. Jahr | 3. Jahr | Quelle und Stand |
|---|---|---|---|
| Industriemechaniker/in (Metall- und Elektroindustrie) | 1.373 € | 1.443 € | WSI Tarifarchiv, Stand April 2026 |
| Kaufmann/-frau im Einzelhandel (Einzelhandel) | 1.100 € | 1.390 € | Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Stand September 2025 |
| Kaufmann/-frau für Büromanagement (öffentlicher Dienst, kommunal) | 1.368 € | 1.464 € | TVAöD-BBiG, Stand Mai 2026 |
Die Werte für den kommunalen öffentlichen Dienst (TVAöD) gelten bundesweit. Ist dein Betrieb nicht tarifgebunden, muss er mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zahlen. Für einen Ausbildungsbeginn 2026 sind das 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Jahr (§ 17 BBiG). Einen Überblick über alle Regeln findest du im Ratgeber zur Ausbildungsvergütung.
Wo findest du freie Ausbildungsplätze in Hamburg?
Freie Plätze findest du in Stellenbörsen, bei den Kammern und über die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Am besten nutzt du mehrere Wege parallel.
- Ausbildungsgenie: aktuelle Ausbildungsstellen in Hamburg, filterbar nach Beruf.
- Kammern: Für Ausbildungen in Industrie, Handel und Handwerk sind die Handelskammer Hamburg und die Handwerkskammer Hamburg zuständig. Deren Ausbildungsberater beantworten Fragen rund um Ausbildungsvertrag und Ausbildung.
- Lehrstellenbörsen: Das Handwerk betreibt den Lehrstellen-Radar. Die frühere IHK-Lehrstellenbörse leitet heute auf das Portal „Meine Ausbildung in Deutschland“ weiter.
- Agentur für Arbeit: Die Berufsberatung ist kostenlos, und in der Jobsuche der Bundesagentur stehen viele Ausbildungsstellen.
Was kostet das Leben als Azubi in Hamburg und welche Hilfen gibt es?
Die größten Posten sind meist Miete und Fahrtkosten, deshalb lohnt es sich, Wohnort und Weg zum Betrieb zusammen zu planen. Wer für die Ausbildung von zu Hause auszieht, kann unter Umständen Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bekommen.
Fahrtkosten: Das Deutschlandticket kostet 2026 63 Euro im Monat und ab 1. Januar 2027 66,80 Euro. Frag im Betrieb, ob es ein Jobticket oder einen Fahrtkostenzuschuss gibt.
Berufsausbildungsbeihilfe: BAB gibt es nur, wenn du nicht bei deinen Eltern wohnst. Bist du unter 18, musst du außerdem nachweisen, dass du den Betrieb von zu Hause aus nicht in angemessener Zeit erreichst (§ 60 SGB III). Mehr dazu im Ratgeber BAB für Azubis.
Wie bewirbst du dich erfolgreich um eine Ausbildung in Hamburg?
Bewirb dich früh, denn vor allem große Firmen und Behörden nehmen Bewerbungen oft schon ein bis eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn entgegen. Das empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Orientierungshilfe für Jugendliche.
- Praktikum: Ein Schülerpraktikum zeigt dir den Alltag im Beruf und dem Betrieb, wer du bist.
- Kleine Betriebe direkt ansprechen: Viele Handwerks- und Kleinbetriebe freuen sich über einen Anruf oder einen Besuch mit Unterlagen.
- Umland mitdenken: Mit Bus und Bahn sind auch Betriebe außerhalb der Stadtgrenze erreichbar.
- Unterlagen prüfen lassen: Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit schaut sich deine Bewerbung kostenlos an.
Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?
Die Angaben stammen vom Statistischen Bundesamt, aus dem BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit, dem Berufsbildungsgesetz, dem Sozialgesetzbuch III und den genannten Stellen, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:
Destatis: Gemeindeverzeichnis, Stand 31.12.2025, BERUFENET: Industriemechaniker/in, BERUFENET: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, BERUFENET: Kaufmann/-frau für Büromanagement, § 17 BBiG, Mindestausbildungsvergütung 2026, § 60 SGB III, Handelskammer Hamburg, Handwerkskammer Hamburg, Lehrstellen-Radar, Meine Ausbildung in Deutschland, Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit, BA: Orientierungshilfe Bewerbung und Vorstellungsgespräch, Hamburg: Verwaltungsschule im Zentrum für Aus- und Fortbildung, Hessisches Verkehrsministerium: Preis Deutschlandticket 2027, BIBB: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2025, Tabelle 70.1 (Länder), BIBB: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2025 nach Arbeitsagenturbezirken (Hamburg)