Was ist eine Initiativbewerbung?
Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung bei einem Unternehmen, das keine Stellenanzeige veröffentlicht hat. Du bewirbst dich also aus eigener Initiative – und das kann ein echter Vorteil sein. Viele Betriebe vergeben Ausbildungsplätze, ohne sie öffentlich auszuschreiben.
Gerade im Handwerk und bei kleinen Betrieben werden viele Ausbildungsplätze über persönliche Kontakte oder eben Initiativbewerbungen vergeben. Hier hast du oft weniger Konkurrenz als bei ausgeschriebenen Stellen.
Warum Initiativbewerbungen funktionieren
- Weniger Konkurrenz: Du bewirbst dich als Einzige/r – kein Stapel mit 50 Bewerbungen
- Eigeninitiative zeigt Motivation: Betriebe schätzen Azubis, die selbst aktiv werden
- Versteckte Ausbildungsplätze: Nicht alle Betriebe nutzen Jobbörsen – du erreichst auch diese
- Persönlicher Eindruck: Bei Initiativbewerbungen kommt es oft schneller zum Gespräch
So findest du den richtigen Betrieb
- Google Maps: Suche nach Betrieben in deiner Nähe (z.B. "Elektrobetrieb Schwerin")
- Branchenbücher: Gelbe Seiten, Handwerker-Portale, IHK-Firmendatenbank
- Handwerkskammer: Die HWK-Lehrstellenbörse zeigt auch Betriebe, die grundsätzlich ausbilden
- Spaziergänge: Halte in Gewerbegebieten und Einkaufsstraßen Ausschau nach Betrieben
- Persönliches Netzwerk: Frag Eltern, Verwandte, Freunde – wer kennt einen passenden Betrieb?
Aufbau einer Initiativbewerbung
Anschreiben
Das Anschreiben ist bei der Initiativbewerbung besonders wichtig, weil es keinen Bezug zu einer Stellenanzeige gibt. Dein Anschreiben muss erklären:
- Warum gerade dieser Betrieb? Recherchiere den Betrieb und zeige, dass du dich informiert hast
- Warum gerade dieser Beruf? Deine Motivation und dein Interesse
- Was bringst du mit? Stärken, Praktika, relevante Erfahrungen
Beispiel-Einstieg: "Sehr geehrte Frau Müller, als begeisterter Heimwerker verfolge ich die Arbeit Ihres Betriebs schon lange. Ihr Engagement für energetische Sanierung hat mich besonders beeindruckt. Deshalb möchte ich mich als Auszubildender zum Anlagenmechaniker SHK bei Ihnen bewerben."
Lebenslauf
Standard-Lebenslauf mit Foto, persönlichen Daten, Schulbildung, Praktika und Hobbys. Hebe relevante Erfahrungen und Fähigkeiten hervor, die zum gewünschten Beruf passen.
Anlagen
- Letztes Schulzeugnis
- Praktikumszeugnisse oder -bescheinigungen
- Ggf. Zertifikate (Erste-Hilfe-Kurs, Sprachzertifikate etc.)
Vorher anrufen – der Geheimtipp
Der effektivste Weg bei Initiativbewerbungen: Vor der Bewerbung kurz anrufen!
- "Guten Tag, mein Name ist [Name]. Ich interessiere mich für eine Ausbildung als [Beruf]. Bilden Sie aus oder wäre das grundsätzlich möglich?"
- Frage nach dem richtigen Ansprechpartner für Bewerbungen
- Erkundige dich, ob eine Bewerbung per E-Mail oder Post bevorzugt wird
Durch den Anruf machst du dich vor der schriftlichen Bewerbung bekannt. Wenn der Betriebsinhaber dann deine Bewerbung liest, erinnert er sich an das Gespräch – und du bist keine anonyme Bewerbung mehr.
Typische Fehler
- Standard-Anschreiben: "Hiermit bewerbe ich mich..." ohne Bezug zum Betrieb – langweilig!
- Fehlende Recherche: Wenn du den Betrieb nicht kennst, merkt man das sofort
- Falscher Ansprechpartner: Immer versuchen, den Namen des Ausbilders oder Chefs herauszufinden
- Zu lang: Eine Seite Anschreiben reicht – niemand liest drei Seiten
Fazit
Eine Initiativbewerbung ist eine unterschätzte Strategie, die besonders für Ausbildungsplätze hervorragend funktioniert. Du erreichst Betriebe, die keine Anzeigen schalten, zeigst Eigeninitiative und hast weniger Konkurrenz. Der Schlüssel: Gründliche Recherche, persönlicher Bezug zum Betrieb und idealerweise ein kurzer Anruf vor der Bewerbung.