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Bewerbung & VorstellungsgesprächVon der Genieportal-Redaktion · Aktualisiert am

Initiativbewerbung für die Ausbildung: So überzeugst du

Initiativbewerbung für eine Ausbildung: So findest du Betriebe ohne Stellenanzeige, rufst richtig an und schreibst Anschreiben und Lebenslauf, die überzeugen.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓Nicht alle Betriebe schreiben Ausbildungsplätze aus, eine Initiativbewerbung erreicht auch diese
  • ✓Ein kurzer Anruf vorab klärt, ob der Betrieb ausbildet und wer zuständig ist
  • ✓Im Anschreiben zeigst du, warum du gerade zu diesem Betrieb willst
  • ✓Lebenslauf eine bis höchstens zwei Seiten, ein Foto ist kein Muss
  • ✓Frag Familie und Bekannte nach Betrieben, die ausbilden

Was ist eine Initiativbewerbung?

Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung bei einem Unternehmen, das keine Stellenanzeige veröffentlicht hat. Du bewirbst dich also aus eigener Initiative. Laut Bundesagentur für Arbeit schreiben nicht alle Unternehmen offene Ausbildungsplätze aus, eine Initiativbewerbung kann deshalb ein guter Weg sein.

Wenn du unsicher bist, ob ein Betrieb in deinem Wunschberuf ausbildet, empfiehlt die Arbeitsagentur, anzurufen und nachzufragen.

Warum funktioniert eine Initiativbewerbung für einen Ausbildungsplatz so gut?

Eine Initiativbewerbung kann gut funktionieren, weil du Betriebe erreichst, die nicht in Jobbörsen inserieren, und weil du Eigeninitiative zeigst. Oft hast du dabei weniger direkte Konkurrenz als bei einer Anzeige.

  • Weniger Konkurrenz: Ohne Anzeige bewerben sich meist weniger Menschen gleichzeitig.
  • Eigeninitiative zeigt Motivation: Betriebe schätzen Azubis, die selbst aktiv werden
  • Versteckte Ausbildungsplätze: Nicht alle Betriebe nutzen Jobbörsen. Du erreichst auch diese
  • Persönlicher Eindruck: Ein Anruf vorab macht dich schon bekannt, bevor die Unterlagen ankommen.

Wie findest du Betriebe für deine Initiativbewerbung?

Passende Betriebe findest du über Kartendienste und Branchenverzeichnisse, die Lehrstellenbörsen der Kammern, Gewerbegebiete in deiner Nähe und dein persönliches Netzwerk. Die Arbeitsagentur rät, Freunde und Bekannte zu fragen, ob sie ein Unternehmen kennen, das in deinem Wunschberuf ausbildet.

  • Google Maps: Suche nach Betrieben in deiner Nähe (z.B. "Elektrobetrieb Schwerin")
  • Branchenverzeichnisse: Branchenbücher, Innungs- und Verbandsseiten
  • Lehrstellenbörsen: Die Börsen von IHK und Handwerkskammern zeigen Betriebe, die ausbilden.
  • Spaziergänge: Halte in Gewerbegebieten und Einkaufsstraßen Ausschau nach Betrieben
  • Persönliches Netzwerk: Frag Eltern, Verwandte und Freunde, ob sie einen passenden Betrieb kennen.

Wie ist eine Initiativbewerbung für die Ausbildung aufgebaut?

Eine Initiativbewerbung besteht aus Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen. Am wichtigsten ist das Anschreiben: Es muss erklären, warum du dich für genau diesen Betrieb und diesen Beruf interessierst und was du mitbringst.

Anschreiben

Das Anschreiben ist bei der Initiativbewerbung besonders wichtig, weil es keinen Bezug zu einer Stellenanzeige gibt. Dein Anschreiben muss erklären:

  • Warum gerade dieser Betrieb? Recherchiere den Betrieb und zeige, dass du dich informiert hast
  • Warum gerade dieser Beruf? Deine Motivation und dein Interesse
  • Was bringst du mit? Stärken, Praktika, relevante Erfahrungen

Beispiel-Einstieg: "Sehr geehrte Frau Müller, als begeisterter Heimwerker verfolge ich die Arbeit Ihres Betriebs schon lange. Ihr Engagement für energetische Sanierung hat mich besonders beeindruckt. Deshalb möchte ich mich als Auszubildender zum Anlagenmechaniker SHK bei Ihnen bewerben."

Lebenslauf

Ein tabellarischer Lebenslauf mit persönlichen Daten, Schulbildung, Praktika und Interessen, laut Arbeitsagentur eine, höchstens zwei Seiten lang. Ein Foto ist kein Muss mehr. Hebe Erfahrungen und Fähigkeiten hervor, die zum Beruf passen.

Anlagen

  • die letzten beiden Schulzeugnisse
  • Praktikumszeugnisse oder -bescheinigungen
  • Ggf. Zertifikate (Erste-Hilfe-Kurs, Sprachzertifikate etc.)

Solltest du vor der Initiativbewerbung im Betrieb anrufen?

Ja, ein kurzer Anruf vorher lohnt sich bei Initiativbewerbungen fast immer. Du erfährst, ob der Betrieb ausbildet, wer zuständig ist und wie er die Bewerbung haben möchte.

  • "Guten Tag, mein Name ist [Name]. Ich interessiere mich für eine Ausbildung als [Beruf]. Bilden Sie aus oder wäre das grundsätzlich möglich?"
  • Frage nach dem richtigen Ansprechpartner für Bewerbungen
  • Erkundige dich, ob eine Bewerbung per E-Mail oder Post bevorzugt wird

Durch den Anruf machst du dich vor der schriftlichen Bewerbung bekannt. Wenn der Betriebsinhaber dann deine Bewerbung liest, erinnert er sich an das Gespräch, und du bist keine anonyme Bewerbung mehr.

Welche Fehler solltest du bei der Initiativbewerbung vermeiden?

Vermeide Standard-Anschreiben ohne Bezug zum Betrieb, fehlende Recherche und einen falschen oder unpersönlichen Ansprechpartner. Halte dein Anschreiben außerdem kurz. Eine Seite reicht.

  • Standard-Anschreiben: Die Arbeitsagentur rät, nicht mit der Floskel „Hiermit bewerbe ich mich“ zu beginnen. Nenne gleich deine Motivation.
  • Fehlende Recherche: Wenn du den Betrieb nicht kennst, merkt man das sofort
  • Falscher Ansprechpartner: Immer versuchen, den Namen des Ausbilders oder Chefs herauszufinden
  • Zu lang: Eine Seite Anschreiben reicht, niemand liest drei Seiten

Was solltest du dir zur Initiativbewerbung merken?

Mit einer Initiativbewerbung erreichst du Betriebe, die keine Anzeigen schalten, und zeigst Eigeninitiative. Entscheidend sind gründliche Recherche, ein klarer Bezug zum Betrieb und am besten ein kurzer Anruf vor der Bewerbung.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Die Tipps stützen sich auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit zur Bewerbung, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:

Bundesagentur für Arbeit: So bewirbst du dich auf eine Ausbildung, Bundesagentur für Arbeit: Anschreiben, Bundesagentur für Arbeit: Bewerbungsunterlagen, Bundesagentur für Arbeit: Bewerbungsarten

Häufige Fragen

Lohnen sich Initiativbewerbungen für eine Ausbildung?

Ja, weil nicht alle Betriebe ihre Plätze ausschreiben. Mit einer Initiativbewerbung erreichst du auch diese Betriebe. Eine Garantie gibt es natürlich nicht, bewirb dich deshalb parallel auch auf Anzeigen.

Soll ich per E-Mail oder Post bewerben?

Frag am besten beim Anruf vorab nach. Bei einer E-Mail-Bewerbung hängst du Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse laut Arbeitsagentur in einer PDF-Datei an.

Was mache ich, wenn der Betrieb nicht ausbildet?

Frag höflich, ob man dir einen anderen Betrieb nennen kann, der in deinem Wunschberuf ausbildet. So bekommst du oft einen neuen Kontakt.

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Stand: Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr