Was verdienst du 2026 in der Friseur-Ausbildung?
Das Friseur-Handwerk ist tariflich geregelt. Je nach Bundesland und Tarifbindung des Salons gibt es aber große Unterschiede. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026 liegt bei 724 EUR im 1. Lehrjahr, 854 EUR im 2. und 977 EUR im 3. Lehrjahr (§ 17 BBiG). Tarifgebundene Salons zahlen oft etwas mehr, Mindeststandard sind aber diese Beträge.
Wie hoch ist die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026?
Seit 2020 schreibt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine Mindestausbildungsvergütung vor. Die Beträge werden jährlich angepasst:
| Lehrjahr | Mindestvergütung 2026 (brutto/Monat) |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | 724 EUR |
| 2. Lehrjahr | 854 EUR (118 % von Lehrjahr 1) |
| 3. Lehrjahr | 977 EUR (135 %) |
Quelle: § 17 BBiG, Verordnung der Bundesregierung 2025.
Wie hoch ist das Tarifgehalt für Friseure 2026 je nach Bundesland?
In tarifgebundenen Salons wird mehr gezahlt. Der Tarifvertrag wird vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) und ver.di pro Bundesland verhandelt. Aktuelle Stundensätze für ausgelernte Friseure (Gesellen) variieren stark:
| Bundesland | Geselle Tariflohn 2026 (EUR/h) | Geselle Tariflohn (EUR/Monat brutto, Vollzeit) |
|---|---|---|
| Hamburg | ~ 14,50 | ~ 2.450 |
| Bayern | ~ 13,90 | ~ 2.350 |
| Baden-Württemberg | ~ 13,80 | ~ 2.330 |
| NRW | ~ 13,50 | ~ 2.280 |
| Hessen | ~ 13,40 | ~ 2.260 |
| Niedersachsen | ~ 13,20 | ~ 2.230 |
| Berlin | ~ 13,00 | ~ 2.200 |
| Sachsen / Thüringen / SA | ~ 13,90 (Mindestlohn) | ~ 2.165 |
In nicht-tarifgebundenen Salons (über die Hälfte aller Friseur-Betriebe) gilt nur der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 EUR/Stunde. Das entspricht bei Vollzeit (38,5 h/Woche) rund 2.140 EUR brutto im Monat.
Was verdienst du als Friseur-Azubi im 1., 2. und 3. Lehrjahr?
Tarifgebundene Salons zahlen meist 5-15 % über der gesetzlichen Mindestvergütung. Hier typische Beträge:
| Lehrjahr | Mindest (gesetzlich) | Tarif (typisch) | Top-Salons / Großstadt |
|---|---|---|---|
| 1. Lehrjahr | 724 EUR | 700-780 EUR | 800-900 EUR |
| 2. Lehrjahr | 805 EUR | 820-880 EUR | 900-1.000 EUR |
| 3. Lehrjahr | 921 EUR | 950-1.020 EUR | 1.050-1.150 EUR |
Was verdienst du als Friseur nach der Ausbildung?
Gerade ausgelernte Gesellen verdienen 2026 brutto:
| Stufe | Brutto/Monat |
|---|---|
| Junggeselle (1.-2. Berufsjahr) | 2.140-2.450 EUR |
| Geselle mit 5+ Jahren Erfahrung | 2.300-2.700 EUR |
| Stylist (Spezialist Color/Cut) | 2.500-3.200 EUR |
| Salonleiter | 2.800-3.800 EUR |
| Friseurmeister | 3.000-4.500 EUR (oft selbstständig) |
Trinkgeld einrechnen
Trinkgelder sind im Friseurberuf üblich. Studien (ZV-Umfrage 2023) zeigen: Im Schnitt erhält ein Friseurgeselle 80-200 EUR Trinkgeld pro Monat, in Premium-Salons in München, Hamburg oder Berlin auch deutlich mehr (300-600 EUR). Trinkgeld bleibt bis 1.080 EUR pro Jahr steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG).
Wie verdiene ich als Friseur mehr?
Mehr verdienst du als Friseur in einem tarifgebundenen Salon, der 8-15 % mehr zahlt, in Großstädten und mit einer Spezialisierung etwa auf Color oder Extensions. Der Meistertitel öffnet zudem den Weg zur Salonleitung oder zum eigenen Salon.
1. Tarifgebundenen Salon wählen
Tarifbetriebe zahlen 8-15 % mehr als nicht-tarifgebundene. Ob ein Salon tarifgebunden ist, steht oft im Stellenausschreibungs-Text. Im Zweifel direkt nachfragen.
2. Großstadt
München, Hamburg, Berlin und Frankfurt zahlen Spitzengehälter. In Premium-Salons (z. B. an der Maximilianstraße in München, Jungfernstieg in Hamburg) sind Stundenlöhne von 18-22 EUR möglich.
3. Spezialisierung
Stylisten mit Schwerpunkt Color, Extensions oder Hairstyling für Hochzeiten/Events verdienen oft 20-30 % mehr.
4. Meisterprüfung
Mit dem Meistertitel (Kosten ca. 7.000-10.000 EUR, Förderung über Aufstiegs-BAföG möglich) öffnet sich der Weg zum Salonleiter oder zur Selbstständigkeit. Ein eigener Salon kann bei guter Lage 4.000-8.000 EUR Monatsgewinn bringen.
5. Influencer / Social Media
Friseure mit erfolgreichem Instagram/TikTok-Account verdienen Zusatzeinkommen durch Kollaborationen, Produktwerbung und Online-Tutorials. Manche kommen auf 2.000-5.000 EUR Zusatzeinkommen pro Monat.
Was lernst du in der Friseur-Ausbildung?
In der Friseur-Ausbildung lernst du Haare schneiden, Färbe- und Tönungstechniken, Dauerwellen und Hochsteckfrisuren. Dazu kommen Kundenberatung, Produktkunde, Kalkulation und Salonbetriebslehre sowie Hygiene und Arbeitssicherheit.
- Haare schneiden (Damen, Herren, Kinder)
- Färbe- und Tönungstechniken
- Dauerwellen, Glätten
- Hochsteckfrisuren, Make-up-Grundlagen
- Kundenberatung und Verkaufsgespräche
- Produktkunde (Pflegeprodukte)
- Kalkulation und Salonbetriebslehre
- Hygiene und Arbeitssicherheit
Welche Voraussetzungen brauchst du für die Friseur-Ausbildung?
Für die Friseur-Ausbildung reicht ein Hauptschulabschluss, mit Mittlerer Reife steigen deine Chancen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, gesundheitlich solltest du keine starke Allergie gegen Haarfärbemittel haben.
- Schulabschluss: Hauptschulabschluss reicht. Mit Mittlerer Reife sind die Chancen höher.
- Dauer: 3 Jahre (Verkürzung auf 2 Jahre mit Abitur möglich)
- Praxisnähe: 3-4 Tage Salon, 1-2 Tage Berufsschule
- Gesundheit: Kein Heuschnupfen / keine starke Allergie auf Haarfärbemittel, denn viele Friseurinnen müssen den Beruf wegen Handekzemen aufgeben (DGUV-Studie 2023: 5 % Berufsabbruch wegen Allergien)
Welche Karrierewege hast du nach der Friseur-Ausbildung?
Nach der Friseur-Ausbildung kannst du dich spezialisieren, den Friseurmeister machen und dich mit eigenem Salon selbstständig machen. Weitere Wege sind Lehrer an einer Friseurschule oder Trainer bei Markenherstellern in der Industrie.
- Spezialisierung: Stylist Color, Extensions, Make-up, Wedding-Hair
- Friseurmeister: Kosten 7.000-10.000 EUR, Aufstiegs-BAföG bis 50 % Zuschuss + zinsloses Darlehen
- Selbstständigkeit: Eigener Salon (mit Meisterbrief). Kosten Existenzgründung 20.000-80.000 EUR (Mietkaution, Einrichtung, Anfangskapital)
- Lehrer an Friseurschule: Mit Meister + pädagogischer Eignung
- Industrie: Trainer/Berater bei Markenherstellern (L'Oréal, Wella, Schwarzkopf), typisch 3.500-5.500 EUR brutto/Monat