Friseur Ausbildung Gehalt 2026 — die Kurzfassung
Das Friseur-Handwerk ist tariflich geregelt — aber je nach Bundesland und Tarifbindung des Salons gibt es große Unterschiede. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026 liegt bei 682 EUR im 1. Lehrjahr, 805 EUR im 2. und 921 EUR im 3. Lehrjahr (§ 17 BBiG). Tarifgebundene Salons zahlen oft etwas mehr — Mindeststandard sind aber diese Beträge.
Mindestausbildungsvergütung 2026 (gesetzlich, gilt für alle)
Seit 2020 schreibt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine Mindestausbildungsvergütung vor. Die Beträge werden jährlich angepasst:
| Lehrjahr | Mindestvergütung 2026 (brutto/Monat) |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | 682 EUR |
| 2. Lehrjahr | 805 EUR (118 % von Lehrjahr 1) |
| 3. Lehrjahr | 921 EUR (135 %) |
Quelle: § 17 BBiG, Verordnung der Bundesregierung 2025.
Tarifgehalt Friseur — nach Bundesland (Stand 2026)
In tarifgebundenen Salons wird mehr gezahlt. Der Tarifvertrag wird vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) und ver.di pro Bundesland verhandelt. Aktuelle Stundensätze für ausgelernte Friseure (Gesellen) variieren stark:
| Bundesland | Geselle Tariflohn 2026 (EUR/h) | Geselle Tariflohn (EUR/Monat brutto, Vollzeit) |
|---|---|---|
| Hamburg | ~ 14,50 | ~ 2.450 |
| Bayern | ~ 13,90 | ~ 2.350 |
| Baden-Württemberg | ~ 13,80 | ~ 2.330 |
| NRW | ~ 13,50 | ~ 2.280 |
| Hessen | ~ 13,40 | ~ 2.260 |
| Niedersachsen | ~ 13,20 | ~ 2.230 |
| Berlin | ~ 13,00 | ~ 2.200 |
| Sachsen / Thüringen / SA | ~ 13,90 (Mindestlohn) | ~ 2.165 |
In nicht-tarifgebundenen Salons (über die Hälfte aller Friseur-Betriebe) gilt nur der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 EUR/Stunde — das entspricht bei Vollzeit (38,5 h/Woche) rund 2.140 EUR brutto im Monat.
Friseur Ausbildung Gehalt nach Lehrjahren — typische Werte
Tarifgebundene Salons zahlen meist 5-15 % über der gesetzlichen Mindestvergütung. Hier typische Beträge:
| Lehrjahr | Mindest (gesetzlich) | Tarif (typisch) | Top-Salons / Großstadt |
|---|---|---|---|
| 1. Lehrjahr | 682 EUR | 700-780 EUR | 800-900 EUR |
| 2. Lehrjahr | 805 EUR | 820-880 EUR | 900-1.000 EUR |
| 3. Lehrjahr | 921 EUR | 950-1.020 EUR | 1.050-1.150 EUR |
Friseur Gehalt nach der Ausbildung
Gerade ausgelernte Gesellen verdienen 2026 brutto:
| Stufe | Brutto/Monat |
|---|---|
| Junggeselle (1.-2. Berufsjahr) | 2.140-2.450 EUR |
| Geselle mit 5+ Jahren Erfahrung | 2.300-2.700 EUR |
| Stylist (Spezialist Color/Cut) | 2.500-3.200 EUR |
| Salonleiter | 2.800-3.800 EUR |
| Friseurmeister | 3.000-4.500 EUR (oft selbstständig) |
Trinkgeld einrechnen
Trinkgelder sind im Friseurberuf üblich. Studien (ZV-Umfrage 2023) zeigen: Im Schnitt erhält ein Friseurgeselle 80-200 EUR Trinkgeld pro Monat — in Premium-Salons in München, Hamburg oder Berlin auch deutlich mehr (300-600 EUR). Trinkgeld bleibt bis 1.080 EUR pro Jahr steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG).
Wie verdiene ich als Friseur mehr?
1. Tarifgebundenen Salon wählen
Tarifbetriebe zahlen 8-15 % mehr als nicht-tarifgebundene. Ob ein Salon tarifgebunden ist, steht oft im Stellenausschreibungs-Text. Im Zweifel direkt nachfragen.
2. Großstadt
München, Hamburg, Berlin und Frankfurt zahlen Spitzengehälter. In Premium-Salons (z. B. an der Maximilianstraße in München, Jungfernstieg in Hamburg) sind Stundenlöhne von 18-22 EUR möglich.
3. Spezialisierung
Stylisten mit Schwerpunkt Color, Extensions oder Hairstyling für Hochzeiten/Events verdienen oft 20-30 % mehr.
4. Meisterprüfung
Mit dem Meistertitel (Kosten ca. 7.000-10.000 EUR, Förderung über Aufstiegs-BAföG möglich) öffnet sich der Weg zum Salonleiter oder zur Selbstständigkeit. Ein eigener Salon kann bei guter Lage 4.000-8.000 EUR Monatsgewinn bringen.
5. Influencer / Social Media
Friseure mit erfolgreichem Instagram/TikTok-Account verdienen Zusatzeinkommen durch Kollaborationen, Produktwerbung und Online-Tutorials — manche kommen auf 2.000-5.000 EUR Zusatzeinkommen pro Monat.
Was du in der Friseur-Ausbildung lernst
- Haare schneiden (Damen, Herren, Kinder)
- Färbe- und Tönungstechniken
- Dauerwellen, Glätten
- Hochsteckfrisuren, Make-up-Grundlagen
- Kundenberatung und Verkaufsgespräche
- Produktkunde (Pflegeprodukte)
- Kalkulation und Salonbetriebslehre
- Hygiene und Arbeitssicherheit
Voraussetzungen für die Friseur-Ausbildung
- Schulabschluss: Hauptschulabschluss reicht. Mit Mittlerer Reife sind die Chancen höher.
- Dauer: 3 Jahre (Verkürzung auf 2 Jahre mit Abitur möglich)
- Praxisnähe: 3-4 Tage Salon, 1-2 Tage Berufsschule
- Gesundheit: Kein Heuschnupfen / keine starke Allergie auf Haarfärbemittel — viele Friseurinnen müssen den Beruf wegen Handekzemen aufgeben (DGUV-Studie 2023: 5 % Berufsabbruch wegen Allergien)
Karrierewege nach der Friseur-Ausbildung
- Spezialisierung: Stylist Color, Extensions, Make-up, Wedding-Hair
- Friseurmeister: Kosten 7.000-10.000 EUR, Aufstiegs-BAföG bis 50 % Zuschuss + zinsloses Darlehen
- Selbstständigkeit: Eigener Salon (mit Meisterbrief). Kosten Existenzgründung 20.000-80.000 EUR (Mietkaution, Einrichtung, Anfangskapital)
- Lehrer an Friseurschule: Mit Meister + pädagogischer Eignung
- Industrie: Trainer/Berater bei Markenherstellern (L'Oréal, Wella, Schwarzkopf) — typisch 3.500-5.500 EUR brutto/Monat