Azubi-Leben8. November 2025

Work-Life-Balance in der Ausbildung

Work-Life-Balance in der Ausbildung: Zeitmanagement, Hobbys neben dem Job, Stressbewältigung und gesunde Gewohnheiten für Azubis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gutes Zeitmanagement mit Wochenplanung schafft Freiräume für Freizeit
  • Hobbys und Sport sind kein Luxus, sondern wichtig für die mentale Gesundheit
  • Chronischen Stress früh erkennen und aktiv gegensteuern
  • Nein sagen lernen – sowohl im Betrieb als auch im Privatleben
  • 7-9 Stunden Schlaf und gesunde Ernährung bilden die Grundlage für alles
  • Klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit setzen – Feierabend ist Feierabend

Work-Life-Balance – Was bedeutet das für Azubis?

Work-Life-Balance beschreibt das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben. Als Azubi stehst du vor der Herausforderung, Arbeit im Betrieb, Berufsschule, Lernen für Prüfungen und dein Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Das kann schnell stressig werden – besonders wenn du gerade erst von der Schule in die Arbeitswelt wechselst und dich an den neuen Rhythmus gewöhnen musst.

Eine gute Work-Life-Balance ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wer dauerhaft nur arbeitet und lernt, brennt früher oder später aus. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du eine gesunde Balance findest.

Zeitmanagement als Schlüssel

Gutes Zeitmanagement ist die Basis für eine gesunde Work-Life-Balance. Wenn du deine Zeit bewusst einteilst, gewinnst du Freizeit, ohne bei der Arbeit oder beim Lernen Abstriche zu machen.

Wochenplanung

Nimm dir jeden Sonntagabend 15 Minuten, um deine Woche zu planen:

  • Welche Termine stehen fest (Arbeit, Berufsschule, Arzttermine)?
  • Wann lernst du (feste Lernzeiten einplanen)?
  • Welche Freizeitaktivitäten sind geplant?
  • Wo ist Puffer für Unvorhergesehenes?

Prioritäten setzen

Nicht alles ist gleich wichtig. Die Eisenhower-Matrix hilft dir, Aufgaben einzuordnen:

  • Wichtig und dringend: Sofort erledigen (z.B. Prüfungsvorbereitung am Vortag)
  • Wichtig, aber nicht dringend: Einplanen (z.B. Berichtsheft schreiben, regelmäßig lernen)
  • Dringend, aber nicht wichtig: Delegieren oder schnell abhaken
  • Weder wichtig noch dringend: Weglassen oder auf später verschieben

Zeitfresser identifizieren

Tracke eine Woche lang, wofür du deine Zeit verwendest. Du wirst überrascht sein, wie viel Zeit für Social Media, zielloses Scrollen oder Serien draufgeht. Das soll kein Verbot sein – aber bewusstes Nutzen statt gedankenlosem Konsumieren gibt dir Stunden zurück.

Hobbys und Freizeit bewusst pflegen

Viele Azubis geben ihre Hobbys auf, weil sie glauben, keine Zeit mehr dafür zu haben. Das ist ein Fehler! Hobbys sind wichtig für deine mentale Gesundheit und dein Wohlbefinden.

Sport und Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist einer der besten Stresskiller. Du musst keinen Leistungssport betreiben – 30 Minuten Bewegung pro Tag reichen schon:

  • Joggen, Radfahren, Schwimmen
  • Fitnessstudio (viele bieten Azubi-Tarife an)
  • Teamsport im Verein
  • Yoga oder Stretching zu Hause (kostenlose YouTube-Videos)
  • Spaziergang in der Mittagspause

Soziale Kontakte pflegen

In der Ausbildung lernst du viele neue Menschen kennen, aber vergiss nicht deine bestehenden Freundschaften. Plane regelmäßig Zeit für Freunde und Familie ein – auch wenn es nur ein wöchentlicher Kaffee oder ein Spieleabend ist.

Kreative und entspannende Aktivitäten

  • Musik machen oder hören
  • Lesen (auch Hörbücher zählen!)
  • Kochen als kreatives Hobby entdecken
  • Gaming in Maßen
  • Malen, Zeichnen, Basteln

Stress erkennen und bewältigen

Ein gewisses Maß an Stress ist normal und kann sogar motivierend wirken. Problematisch wird es, wenn der Stress chronisch wird. Achte auf diese Warnsignale:

  • Dauernde Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
  • Reizbarkeit und schlechte Laune
  • Körperliche Beschwerden (Kopf-, Rückenschmerzen, Magenprobleme)
  • Schlafstörungen
  • Lustlosigkeit und Antriebsmangel
  • Sozialer Rückzug

Stressbewältigungsstrategien

  • Bewegung: Sport baut Stresshormone ab
  • Entspannungstechniken: Meditation, Atemübungen, Progressive Muskelentspannung
  • Natur: Zeit draußen verbringen senkt nachweislich den Stresspegel
  • Digitale Auszeiten: Handy und Laptop bewusst weglegen
  • Darüber reden: Mit Freunden, Familie oder dem Ausbilder über Belastungen sprechen

Nein sagen lernen

Eine der wichtigsten Fähigkeiten für eine gute Work-Life-Balance ist es, auch mal Nein zu sagen. Das gilt sowohl im Beruf als auch im Privatleben:

  • Im Betrieb: Du musst nicht jede Zusatzaufgabe annehmen. Wenn du überlastet bist, kommuniziere das sachlich und früh.
  • Überstunden: Als Azubi bist du besonders geschützt. Überstunden müssen die Ausnahme sein und ausgeglichen werden.
  • Im Privatleben: Du musst nicht bei jeder Einladung zusagen. Es ist okay, auch mal einen ruhigen Abend zu Hause zu genießen.

Gesunde Gewohnheiten entwickeln

Schlaf

Schlaf ist die Grundlage für alles andere. Versuche, 7–9 Stunden pro Nacht zu schlafen und einen regelmäßigen Schlafrhythmus beizubehalten – auch am Wochenende. Tipps für besseren Schlaf:

  • 1 Stunde vor dem Schlafen kein Bildschirm
  • Kein Koffein nach 14 Uhr
  • Zimmer dunkel und kühl halten
  • Feste Einschlaf- und Aufwachzeiten

Ernährung

Gesunde Ernährung gibt dir Energie für den Tag. Du musst nicht zum Gesundheitsapostel werden, aber ein paar Grundregeln helfen:

  • Frühstücke, bevor du zur Arbeit gehst
  • Nimm dir Essen mit statt jeden Tag in die Kantine/Bäckerei zu gehen
  • Trinke ausreichend Wasser
  • Reduziere Zucker und Fast Food

Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit setzen

Gerade am Anfang der Ausbildung ist die Versuchung groß, sich übermäßig zu engagieren. Aber klare Grenzen sind wichtig:

  • Nach Feierabend ist Feierabend: Beantworte keine dienstlichen Nachrichten mehr.
  • Lernzeiten begrenzen: Setze dir ein klares Ende für deine tägliche Lernzeit.
  • Wochenende schützen: Mindestens ein Tag pro Wochenende sollte komplett frei von Arbeit und Lernen sein.
  • Urlaub wirklich nutzen: Im Urlaub nicht lernen oder an die Arbeit denken.

Fazit: Balance ist individuell

Die perfekte Work-Life-Balance sieht für jeden anders aus. Manche brauchen viel Sozialkontakt, andere schätzen ruhige Abende allein. Manche trainieren täglich, andere entspannen lieber beim Lesen. Wichtig ist, dass du auf dich hörst und merkst, wenn die Balance kippt. Deine Ausbildung ist ein Marathon, kein Sprint – teile dir deine Kräfte ein und vergiss nicht, auch Spaß zu haben. Denn eine Ausbildung, die keinen Raum für dein Leben lässt, ist auf Dauer nicht nachhaltig.

Häufige Fragen

Wie schaffe ich es, nach der Arbeit noch etwas zu unternehmen?
Plane Freizeitaktivitäten fest in deinen Wochenplan ein, wie einen Termin. Verabrede dich mit Freunden oder melde dich bei einem Sportverein an – feste Termine motivieren mehr als vage Vorhaben. An manchen Tagen ist es aber auch völlig okay, einfach zu Hause zu entspannen.
Darf mein Betrieb mich nach Feierabend kontaktieren?
Grundsätzlich bist du nach Feierabend nicht verpflichtet, erreichbar zu sein oder auf Nachrichten zu antworten. Deine Ruhezeit ist gesetzlich geschützt. Zwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens 11 Stunden Ruhezeit liegen.
Was tun, wenn ich mich dauerhaft gestresst fühle?
Sprich mit deinem Ausbilder oder der Ausbildungsleitung über deine Belastung. Auch die Ausbildungsberatung der IHK/HWK kann helfen. Bei anhaltendem Stress ohne erkennbare äußere Ursache kann auch eine psychologische Beratung sinnvoll sein – viele Angebote sind für junge Menschen kostenlos.
Wie viele Überstunden sind als Azubi erlaubt?
Als minderjähriger Azubi sind Überstunden grundsätzlich verboten. Volljährige Azubis dürfen Überstunden machen, diese müssen aber durch Freizeit oder Bezahlung ausgeglichen werden. Überstunden sollten die Ausnahme sein, nicht die Regel. Dein Ausbildungszweck hat Vorrang.

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Stand: November 2025 · Alle Angaben ohne Gewähr