Warum sind digitale Ausbildungsberufe gefragt?
Fast jede Branche arbeitet heute mit digitalen Systemen, deshalb brauchen Betriebe Fachkräfte, die diese Technik einrichten, betreuen und nutzen können. Das sind längst nicht nur Programmierer, sondern auch Kaufleute, Gestalter und Medienprofis.
Ein Selbstläufer ist der IT-Arbeitsmarkt aber nicht mehr. Die Bundesagentur für Arbeit sieht in ihrer Engpassanalyse 2025 keinen Fachkräfteengpass mehr in der Softwareentwicklung und im IT-Vertrieb. Gute Leistungen und Spezialwissen bleiben deshalb wichtig.
Welche digitalen Ausbildungsberufe gibt es?
Zu den digitalen Ausbildungsberufen zählen vor allem die vier Fachrichtungen der Fachinformatiker, die IT-Kaufleute, Mediengestalter Digital und Print sowie Kaufleute im E-Commerce und für Marketingkommunikation. Alle dauern drei Jahre, die Vergütung hängt vom Tarifvertrag der Branche ab.
IT und Software
- Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung: Du programmierst Software und Anwendungen. In der Metall- und Elektroindustrie liegt die tarifliche Vergütung im 1. Jahr je nach Bundesland bei 1.243 bis 1.373 Euro, im Elektrohandwerk bei 800 bis 1.140 Euro.
- Fachinformatiker/in Systemintegration: Du baust IT-Systeme und Netzwerke auf und betreust sie.
- Fachinformatiker/in Daten- und Prozessanalyse: Diese Fachrichtung gibt es seit 2020. Du wertest Daten aus und verbesserst digitale Geschäftsprozesse.
- Fachinformatiker/in Digitale Vernetzung: Ebenfalls seit 2020. Es geht um vernetzte Systeme, zum Beispiel in der Industrie.
- Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement: Die kaufmännische Seite der IT, vom Einkauf bis zur Einführung digitaler Lösungen.
Alles zu den vier Fachrichtungen findest du im Fachinformatiker-Guide.
Medien und Gestaltung
- Mediengestalter/in Digital und Print: Du gestaltest Websites, Social-Media-Inhalte und Drucksachen. Seit 2023 gibt es vier Fachrichtungen: Designkonzeption, Digitalmedien, Printmedien und Projektmanagement. Im Tarif der Druckindustrie gibt es im 1. Jahr bundesweit 1.152 Euro.
- Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien: Organisation und Produktion von Film-, TV- und Online-Inhalten. Im Privatrundfunk gibt es tariflich 855 Euro im 1. Jahr.
- Gestalter/in für visuelles Marketing: Du gestaltest Schaufenster, Verkaufsflächen und Messestände.
E-Commerce und Marketing
- Kaufmann/-frau im E-Commerce: Den Beruf gibt es seit 2018. Du betreust Online-Shops, wertest Kundendaten aus und planst Online-Marketing. Im Einzelhandel liegt die Vergütung im 1. Jahr je nach Bundesland bei 940 bis 1.140 Euro.
- Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation: Du planst Kampagnen, auch in sozialen Medien und online.
Wie viel verdienst du in digitalen Berufen nach der Ausbildung?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Berufen. Die Werte sind mittlere Bruttomonatsgehälter (Median) von Fachkräften in Vollzeit zum Stichtag 31.12.2025.
| Berufsgruppe (Fachkraft) | Median alle Altersgruppen | Median unter 25 |
|---|---|---|
| Fachinformatiker/in Softwareentwicklung (KldB 43412) | 4.612 € | 3.622 € |
| Fachkräfte Informatik, z. B. Systemintegration (KldB 43102) | 5.189 € | 3.786 € |
| Werbung und Marketing, z. B. Marketingkommunikation (KldB 92112) | 4.481 € | 3.129 € |
| Kaufleute im E-Commerce (KldB 61282) | 3.663 € | 2.843 € |
| Mediengestaltung (KldB 23212) | 3.415 € | 2.757 € |
Berufseinsteiger liegen meist näher an den Werten für unter 25-Jährige. Wie viel du später verdienst, hängt außerdem von Region, Branche, Betriebsgröße und Spezialisierung ab.
Welche Fähigkeiten brauchst du für eine digitale Ausbildung?
Für eine digitale Ausbildung brauchst du vor allem logisches Denken, Kreativität, Englischkenntnisse und Lernbereitschaft, weil sich Technik ständig ändert. Auch Teamfähigkeit ist wichtig, denn Software und Kampagnen entstehen im Team.
- Logisches Denken: besonders für IT und Programmierung
- Kreativität: für Design- und Medienberufe
- Englischkenntnisse: Viele Dokumentationen und Fachbegriffe in der IT sind englisch
- Lernbereitschaft: Neue Programme und Methoden kommen ständig dazu
- Teamfähigkeit: Projekte entstehen gemeinsam mit Kollegen und Kunden
Welche Vorteile bietet eine digitale Ausbildung?
Digitale Kenntnisse werden in fast allen Branchen gebraucht, du bist also nicht auf eine Branche festgelegt. Dazu kommen oft flexible Arbeitsmodelle und viele Möglichkeiten zur Weiterbildung.
- Breite Einsatzmöglichkeiten: IT- und Medienwissen brauchen Industrie, Handel, Verwaltung und Dienstleister
- Flexible Arbeit: In vielen digitalen Berufen ist mobiles Arbeiten möglich, in der Ausbildung bist du aber meist vor Ort
- Gestalten: Du entwickelst Produkte und Lösungen, die andere täglich nutzen
- Weiterbildung: Zertifikate, Aufstiegsfortbildungen oder ein Studium bauen gut auf der Ausbildung auf
Kannst du eine IT-Ausbildung ohne Vorkenntnisse starten?
Ja, du musst nicht vorher programmieren können, die Grundlagen lernst du in Betrieb und Berufsschule. Was zählt, sind Interesse an Technik, logisches Denken und Motivation.
Trotzdem hilft es, vorher reinzuschnuppern, etwa mit kostenlosen Online-Kursen zum Programmieren oder einem Schülerpraktikum in einer IT-Abteilung.
Was solltest du dir zu digitalen Ausbildungsberufen merken?
Digitale Ausbildungsberufe bieten viele Wege, vom Programmieren über Gestaltung bis zum Online-Handel. Die Gehälter nach der Ausbildung unterscheiden sich stark, IT-Berufe liegen im Entgeltatlas vorn. Informiere dich genau über Beruf und Tarif, bevor du dich entscheidest.
Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?
Die Angaben stammen aus dem BERUFENET und dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit sowie aus der Engpassanalyse der Bundesagentur, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:
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