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BerufsbilderVon der Genieportal-Redaktion · Aktualisiert am

Automobilkaufmann: Ausbildung, Gehalt und Zukunft

Ausbildung zum Automobilkaufmann: Aufgaben in Verkauf, Service und Nutzfahrzeughandel, Vergütung, Prüfung, Gehalt danach und Weiterbildung.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓Automobilkaufleute verbinden Verkauf, Service, Teile und Buchhaltung im Autohaus
  • ✓Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre, auch bei Nutzfahrzeug- und Motorradhändlern
  • ✓Im Kfz-Gewerbe liegt die tarifliche Vergütung je nach Land bei 998 bis 1.388 Euro
  • ✓Fachkräfte im Kfz-Verkauf verdienen im Median 4.238 Euro brutto (Vollzeit, Ende 2025)
  • ✓Weiterbildung zum Betriebswirt für Kraftfahrzeuge, Fachwirt oder ein Studium ist möglich

Was macht ein Automobilkaufmann und für wen passt der Beruf?

Automobilkaufleute erledigen die kaufmännischen Aufgaben im Autohaus, vom Fahrzeugverkauf über Teile und Zubehör bis zum Kundendienst und zur Buchhaltung. Der Beruf passt zu dir, wenn du dich für Fahrzeuge interessierst, gern mit Kunden sprichst und mit Zahlen umgehen kannst.

In diesem Ratgeber erfährst du, was du in der Ausbildung lernst, wie die Prüfung abläuft, was du verdienst und welche Wege dir danach offenstehen.

Welche Aufgaben haben Automobilkaufleute im Autohaus?

Automobilkaufleute arbeiten in allen kaufmännischen Bereichen eines Autohauses. Die Ausbildungsordnung nennt unter anderem Teile und Zubehör, Werkstattprozesse, Kundendienst, Marketing, Fahrzeughandel, Finanzdienstleistungen, Personalaufgaben und kaufmännische Steuerung.

Fahrzeugverkauf und Kundenberatung: Du berätst Kunden beim Kauf von Neu- und Gebrauchtwagen, erstellst Angebote und bereitest Verträge vor. Dazu gehören auch Finanzierung, Leasing und Versicherungsprodukte.

Teile, Zubehör und Disposition: Du kaufst Teile und Zubehör ein, organisierst das Lager und planst den Fahrzeugbestand.

Service und Werkstatt: Du erstellst Werkstattaufträge, planst Termine und bearbeitest Gewährleistungs- und Kulanzanträge. Damit bist du die Schnittstelle zwischen Kunden, Handel und Werkstatt.

Rechnungswesen und Verwaltung: Du bearbeitest Buchungen, prüfst Zahlungseingänge und unterstützt die kaufmännische Steuerung.

Marketing: Du planst Aktionen zur Verkaufsförderung, setzt Werbemittel ein und nutzt Vertriebswege wie den Online-Handel.

Kannst du als Automobilkaufmann auch bei Nutzfahrzeugen und im Service arbeiten?

Ja, die Ausbildung ist nicht auf Pkw beschränkt. Die Ausbildungsordnung kennt keine Fachrichtungen, du kannst also auch bei einem Händler für Nutzfahrzeuge wie Lkw und Transporter, bei Motorradhändlern, Importeuren oder Herstellern ausgebildet werden.

Der Servicebereich ist fester Teil der Ausbildung. „Kundendienst organisieren und Servicebereich unterstützen“ und „an Werkstattprozessen mitwirken“ gehören zum Ausbildungsberufsbild, und in der Abschlussprüfung gibt es einen eigenen Prüfungsbereich Kundendienstprozesse. Wer sich nach der Ausbildung auf Service und After Sales spezialisieren möchte, hat damit eine gute Grundlage. Offene Stellen findest du über die Suche nach Ausbildungsplätzen als Automobilkaufmann.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Automobilkaufmann und wie ist sie aufgebaut?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet dual im Betrieb und in der Berufsschule statt. Auf Antrag kann sie verkürzt werden, etwa wegen Abitur oder guter Leistungen (§ 8 BBiG).

Ausbildungsinhalte im Betrieb

Im Betrieb lernst du nach der Ausbildungsordnung unter anderem:

  • Teile und Zubehör einkaufen, lagern und verkaufen
  • an Diagnose-, Wartungs-, Service- und Reparaturaufgaben mitwirken
  • Werkstattaufträge erstellen und Termine planen
  • Kunden beraten und Gewährleistungs- oder Kulanzanträge bearbeiten
  • Fahrzeuge einkaufen und dabei Kauf- und Werkvertragsrecht beachten
  • Finanzierungs- und Leasingmodelle sowie Versicherungsprodukte vergleichen und anbieten
  • Buchungsvorgänge bearbeiten und die kaufmännische Steuerung unterstützen

Ausbildungsinhalte in der Berufsschule

In der Berufsschule lernst du in berufsbezogenen Lernfeldern, zum Beispiel Neufahrzeuge disponieren, den Verkaufsprozess durchführen und Finanzdienstleistungen anbieten. Dazu kommen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung ist gestreckt und besteht aus zwei Teilen. Teil 1 findet etwa in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung.

PrüfungsbereichFormGewichtung
Teil 1: Warenwirtschafts- und Werkstattprozesseschriftlich, 90 Minuten20 %
Fahrzeugvertriebsprozesse und Finanzdienstleistungenschriftlich, 90 Minuten25 %
Kaufmännische Unterstützungsprozesseschriftlich, 90 Minuten25 %
Kundendienstprozessefallbezogenes Fachgespräch, höchstens 20 Minuten20 %
Wirtschafts- und Sozialkundeschriftlich, 60 Minuten10 %

Bestanden hast du, wenn das Gesamtergebnis und das Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend sind, mindestens drei Prüfungsbereiche von Teil 2 ausreichend sind und keiner ungenügend ist.

Welche Voraussetzungen brauchst du für die Ausbildung zum Automobilkaufmann?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis hatten 2024 im Bereich Industrie und Handel 47 Prozent der Ausbildungsanfänger einen mittleren Abschluss, 46 Prozent die Hochschulreife und 6 Prozent einen Hauptschulabschluss.

Im Handwerk lag der Anteil mit Hauptschulabschluss bei 15 Prozent. Mit einem guten Hauptschulabschluss hast du also ebenfalls Chancen. Wichtiger als die Note sind oft diese Stärken:

  • Kundenorientierung und Kommunikation: Du berätst Kunden und führst Verkaufsgespräche.
  • Kaufmännisches Denken und Sorgfalt: Preise kalkulieren und Finanzierungsangebote berechnen gehört zum Alltag.
  • Organisationstalent: Marketing- und Verkaufsaktionen wollen geplant sein.
  • Interesse an Fahrzeugen: Technisches Grundverständnis hilft im Gespräch mit Kunden und Werkstatt.

Rechne außerdem mit Samstagsarbeit, denn viele Autohäuser haben samstags geöffnet.

Was verdient ein Automobilkaufmann in der Ausbildung und danach?

Im Kraftfahrzeuggewerbe liegt die tarifliche Ausbildungsvergütung je nach Bundesland zwischen 998 und 1.388 Euro brutto im Monat. Nach der Ausbildung verdienen Fachkräfte im Kfz-Verkauf im Mittel 4.238 Euro brutto im Monat in Vollzeit.

Ausbildungsvergütung

AusbildungsjahrKfz-Gewerbe, brutto im Monat
1. Ausbildungsjahr998 bis 1.218 €
2. Ausbildungsjahr1.038 bis 1.282 €
3. Ausbildungsjahr1.131 bis 1.388 €

Die Werte sind tarifliche Beispiele aus dem BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (Quelle dort: WSI-Tarifarchiv, Stand bis August 2026). Wirst du im Einzelhandel ausgebildet, gelten die Tarife des Einzelhandels. Ohne Tarifbindung muss der Betrieb mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zahlen, für einen Ausbildungsbeginn 2026 sind das 724 Euro im ersten Jahr.

Gehalt nach der Ausbildung

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Fachkräfte im Verkauf von Kraftfahrzeugen und Zubehör (KldB 62272) einen Median von 4.238 Euro brutto im Monat aus (Vollzeit, Stichtag 31.12.2025). Bei Beschäftigten unter 25 Jahren liegt der Median bei 3.158 Euro. Im Verkauf kommen je nach Betrieb Provisionen dazu.

Welche Karrierechancen hast du als Automobilkaufmann?

Nach der Ausbildung kannst du dich spezialisieren, aufsteigen oder studieren. Das BERUFENET nennt unter anderem diese Wege:

  • Betriebswirt/in (Fachschule) für Kraftfahrzeuge: bereitet auf Leitungsaufgaben im Autohaus vor.
  • Fachwirt/in im Handel oder im Marketing: IHK-Aufstiegsfortbildungen für Führungsaufgaben.
  • Berufsspezialist/in für Vertrieb: Weiterbildung mit Schwerpunkt Verkauf.
  • Studium: etwa Automobilwirtschaft, Betriebswirtschaftslehre oder Wirtschaftsingenieurwesen. Mit Ausbildung und Berufserfahrung ist ein Studium unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur möglich.

Viele Hersteller bieten außerdem eigene Schulungen für Verkauf und Service an. Während der Ausbildung kannst du Zusatzqualifikationen wie eine Fremdsprache für kaufmännische Azubis erwerben.

Wie verändert der Wandel der Autobranche den Beruf?

Elektromobilität und digitaler Vertrieb verändern die Arbeit im Autohaus. Automobilkaufleute müssen deshalb neue Antriebe, Ladefragen und Online-Verkaufswege erklären können.

Neue Produkte: Kunden fragen nach Elektro- und Hybridfahrzeugen, Reichweite und Lademöglichkeiten.

Digitaler Vertrieb: Online-Konfiguratoren und der Online-Handel ergänzen den Verkauf im Autohaus. Die Ausbildungsordnung sieht ausdrücklich vor, dass du Vertriebswege wie den Online-Handel nutzen lernst.

Neue Angebote: Leasing, Abo-Modelle und Mobilitätsdienstleistungen gewinnen an Bedeutung. Beratung zu Finanzierung bleibt deshalb ein Kern des Berufs.

Was hilft dir bei der Bewerbung als Automobilkaufmann?

Ein Praktikum im Autohaus, echtes Interesse an der Marke und ein gepflegtes Auftreten helfen dir am meisten. Ein Führerschein ist keine gesetzliche Voraussetzung, im Autohaus aber praktisch.

Praktikum: Ein Praktikum zeigt, dass du den Alltag im Autohaus kennst, und der Betrieb lernt dich kennen.

Interesse zeigen: Informiere dich über die Marke, aktuelle Modelle und das Serviceangebot des Autohauses.

Führerschein: Wenn du ihn gerade machst, erwähne das in der Bewerbung.

Auftreten: Im Verkauf zählt der erste Eindruck, im Vorstellungsgespräch genauso.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Die Angaben stammen aus der Ausbildungsverordnung, dem BERUFENET und dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und dem Berufsbildungsgesetz, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:

Automobilkaufleuteausbildungsverordnung (AutoKflAusbV), BERUFENET: Automobilkaufmann/-frau, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 8 BBiG, Mindestausbildungsvergütung 2026

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung als Automobilkaufmann?

Im Kraftfahrzeuggewerbe liegt sie laut BERUFENET je nach Bundesland im 1. Jahr bei 998 bis 1.218 Euro, im 2. Jahr bei 1.038 bis 1.282 Euro und im 3. Jahr bei 1.131 bis 1.388 Euro brutto im Monat. Ohne Tarifbindung gilt mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Brauche ich einen Führerschein für die Ausbildung zum Automobilkaufmann?

Gesetzlich ist ein Führerschein keine Voraussetzung. Im Autohaus ist er aber praktisch, zum Beispiel für Fahrzeugüberführungen. Wenn du ihn noch nicht hast, schreib in die Bewerbung, dass du ihn gerade machst.

Hat der Beruf Automobilkaufmann Zukunft trotz Elektromobilität?

Ja. Auch Elektro- und Hybridfahrzeuge müssen verkauft, finanziert und gewartet werden, und Kunden haben dazu viele Fragen. Wer sich zu neuen Antrieben und digitalen Vertriebswegen weiterbildet, bleibt gefragt.

Wie wichtig ist die mündliche Prüfung?

Das fallbezogene Fachgespräch im Prüfungsbereich Kundendienstprozesse zählt 20 Prozent der Gesamtnote. Du bekommst zwei praxisnahe Aufgaben zur Auswahl, hast 20 Minuten Vorbereitungszeit und das Gespräch dauert höchstens 20 Minuten.

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Stand: Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr