Der Ausbildungsstart ist vorbei – deine Chance beginnt jetzt
Das Ausbildungsjahr 2026 hat am 1. August bzw. 1. September begonnen – und trotzdem sind noch zehntausende Plätze frei. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren Ende August 2026 bundesweit rund 116.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Von Oktober 2025 bis August 2026 wurden insgesamt etwa 451.000 Ausbildungsstellen gemeldet, denen rund 433.000 Bewerberinnen und Bewerber gegenüberstanden. Rechnerisch gibt es also mehr freie Plätze als Suchende – die Kunst ist, zusammenzufinden.
Das Wichtigste zuerst: Ein Ausbildungsstart ist auch im Oktober, November oder sogar Dezember noch möglich. Betriebe dürfen Azubis nachträglich einstellen, solange der Stoff aufholbar ist – viele Berufsschulen nehmen Nachzügler in den ersten Monaten unkompliziert auf.
Was ist die Nachvermittlung?
Von Oktober bis Dezember läuft bei der Bundesagentur für Arbeit, den Industrie- und Handelskammern (IHK) und den Handwerkskammern (HWK) die sogenannte Nachvermittlungsphase: Unversorgte Bewerber und Betriebe mit offenen Plätzen werden gezielt zusammengebracht – oft über Last-Minute-Börsen, Speed-Datings und persönliche Vermittlungsgespräche. Ein Termin bei der Berufsberatung genügt, die Teilnahme ist kostenlos.
So gehst du jetzt vor
- Bei der Berufsberatung melden: Telefonisch unter 0800 4 5555 00 (gebührenfrei) oder online einen Termin vereinbaren – als „unversorgte Bewerberin/unversorgter Bewerber“ wirst du in die Nachvermittlung aufgenommen.
- Lehrstellenbörsen checken: Die IHK-Lehrstellenbörse und die Lehrstellenradar-App des Handwerks listen tagesaktuell freie Plätze – zusätzlich zu unserer Stellensuche.
- Flexibel bei Beruf und Region sein: Besonders viele freie Plätze gibt es u. a. in Berlin (rund 14.000). Im Einzelhandel meldeten zuletzt 63 Prozent der Unternehmen Besetzungsschwierigkeiten – wer hier sucht, hat gute Karten.
- Bewerbung kurz und direkt: In der Nachvermittlung zählt Geschwindigkeit. Anruf beim Betrieb, kompakte Unterlagen, schnelle Probearbeit – jetzt sind Betriebe pragmatisch.
Plan B: Brücken bauen statt warten
Wenn es 2026 nicht mehr klappt: Eine Einstiegsqualifizierung (EQ) als bezahltes Langzeitpraktikum im Wunschbetrieb, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) oder ein gezieltes Praktikum halten dich im Rennen und führen oft direkt in den Ausbildungsvertrag fürs Folgejahr. Welche Ausbildung wirklich passt, zeigt dir auch unser KI-Berufsfinder.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (Ausbildungsmarktstatistik, Stand Ende August 2026; Medienberichte vom 03.09.2026), IHK-Lehrstellenbörse, Handwerkskammern. Stand: 11. September 2026.