Was kostet ein Azubi wirklich?
Ausbilden kostet Geld – aber es ist eine Investition, die sich lohnt. Laut BIBB-Daten investieren Betriebe durchschnittlich 21.000 Euro netto pro Azubi pro Jahr. Aber die Produktivität des Azubis deckt einen großen Teil davon: Im Durchschnitt erwirtschaftet ein Azubi Erträge von ca. 14.000 Euro pro Jahr. Die tatsächlichen Nettokosten liegen also bei ca. 7.000 Euro pro Jahr.
Kostenaufstellung nach Positionen
| Kostenposition | Jährlich (ca.) |
|---|---|
| Ausbildungsvergütung (Ø 1.000 EUR/Monat) | 12.000 EUR |
| Sozialversicherung AG-Anteil (ca. 21%) | 2.520 EUR |
| Ausbilder-Personalkosten (anteilig) | 3.000-5.000 EUR |
| Material, Werkzeug, Arbeitskleidung | 500-2.000 EUR |
| Prüfungsgebühren IHK/HWK | 100-300 EUR |
| Überbetriebliche Lehrgänge | 500-2.000 EUR |
| Bruttokosten gesamt | 19.000-24.000 EUR |
| Abzüglich: Produktive Leistung des Azubis | -10.000 bis -18.000 EUR |
| Nettokosten pro Jahr | 4.000-10.000 EUR |
Fördermöglichkeiten
Einstiegsqualifizierung (EQ): Die Agentur für Arbeit fördert eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (6-12 Monate vor der Ausbildung) mit bis zu 262 EUR/Monat plus Sozialversicherungspauschale.
Ausbildungsprämie: Für KMU, die trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten ihr Ausbildungsangebot halten oder ausbauen, gibt es Prämien von bis zu 3.000 EUR pro Azubi.
Verbundausbildung: Kleine Betriebe, die nicht alle Ausbildungsinhalte abdecken können, kooperieren mit anderen Betrieben. Kosten und Azubis werden geteilt.
Assistierte Ausbildung (AsA): Für förderbedürftige Azubis übernimmt die Agentur für Arbeit Kosten für Nachhilfe und sozialpädagogische Betreuung.
ROI der Ausbildung
Die wahren Einsparungen kommen nach der Ausbildung: Kein Recruiting für Fachkräfte (Kosten: 5.000-15.000 EUR pro Einstellung), keine Einarbeitung (der Azubi kennt den Betrieb bereits), hohe Loyalität (selbst ausgebildete Mitarbeiter bleiben durchschnittlich 5 Jahre länger). Über die gesamte Ausbildungsdauer investieren Sie 12.000-30.000 EUR netto – sparen aber ein Vielfaches bei der Fachkräfterekrutierung.