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Für Arbeitgeber22. März 2026

Ausbildungsplan erstellen: Pflicht, Aufbau & Muster

Den betrieblichen Ausbildungsplan erstellen: Gesetzliche Pflicht, sachliche und zeitliche Gliederung, IHK-Anforderungen und Praxis-Tipps.

Das Wichtigste in Kürze

  • Betrieblicher Ausbildungsplan ist gesetzliche Pflicht (§ 11 BBiG)
  • Sachliche Gliederung (was) + Zeitliche Gliederung (wann)
  • IHK/HWK bieten Muster-Pläne für jeden Ausbildungsberuf
  • Plan muss bei Vertragseintragung vorgelegt werden
  • Flexibel anpassen, aber alle Pflichtinhalte abdecken

Warum ein Ausbildungsplan Pflicht ist

Jeder Ausbildungsbetrieb ist gesetzlich verpflichtet, einen betrieblichen Ausbildungsplan zu erstellen (§ 11 BBiG). Er ist die Grundlage für eine strukturierte, qualitativ hochwertige Ausbildung – und wird von der IHK/HWK bei der Vertragseintragung geprüft.

Sachliche Gliederung

Die sachliche Gliederung beschreibt was der Azubi lernen soll. Grundlage ist die Ausbildungsordnung des jeweiligen Berufs. Sie listet die Ausbildungsinhalte (Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten) auf, die während der Ausbildung vermittelt werden müssen.

Zeitliche Gliederung

Die zeitliche Gliederung legt fest, wann welche Inhalte vermittelt werden. Sie ordnet die Ausbildungsinhalte den einzelnen Ausbildungsjahren und -abschnitten zu. Dabei müssen die Vorgaben der Ausbildungsordnung eingehalten werden.

Aufbau in der Praxis

AusbildungsabschnittZeitraumAbteilungInhalte
GrundlagenMonat 1-3AusbildungswerkstattArbeitsschutz, Grundfertigkeiten, Werkzeugkunde
Kernqualifikation 1Monat 4-8ProduktionFachspezifische Fertigkeiten lt. Ausbildungsordnung
RotationMonat 9-18Verschiedene AbteilungenAbteilungsdurchläufe, Projektarbeit
VertiefungMonat 19-30SpezialabteilungSpezialisierung, Prüfungsvorbereitung
PrüfungsvorbereitungMonat 31-36AusbildungsabteilungWiederholung, Prüfungssimulation

Tipps

IHK/HWK nutzen: Die Kammern bieten Muster-Ausbildungspläne für jeden Beruf. Starten Sie damit und passen Sie an Ihren Betrieb an.

Flexibel bleiben: Der Plan ist ein Rahmen, keine starre Vorgabe. Passen Sie ihn an die individuelle Entwicklung des Azubis an.

Dokumentieren: Halten Sie Abweichungen vom Plan fest. Bei einer Überprüfung durch die Kammer müssen Sie nachweisen, dass alle Inhalte vermittelt wurden.

Häufige Fragen

Ist ein Ausbildungsplan Pflicht?
Ja, jeder Ausbildungsbetrieb muss einen betrieblichen Ausbildungsplan erstellen (§ 11 BBiG). Er muss bei der Eintragung des Ausbildungsvertrags bei der IHK/HWK vorgelegt werden.
Wo bekomme ich eine Vorlage für den Ausbildungsplan?
Ihre zuständige IHK oder HWK stellt Muster-Ausbildungspläne für jeden anerkannten Ausbildungsberuf bereit. Diese können Sie an Ihren Betrieb anpassen.
Was passiert wenn ich keinen Ausbildungsplan habe?
Die IHK/HWK kann die Eintragung des Ausbildungsvertrags verweigern. Außerdem riskieren Sie Bußgelder und gefährden die Ausbildungsqualität.

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