Ist ein Ausbildungszeugnis Pflicht und warum sollten Sie es ernst nehmen?
Nach Beendigung der Ausbildung hat jeder Azubi Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis (§ 16 BBiG). Es ist für viele Absolventen das wichtigste Dokument für den Berufseinstieg. Nehmen Sie es ernst – ein gutes Zeugnis kostet Sie 30 Minuten und ist für den Azubi unbezahlbar.
Was unterscheidet ein einfaches von einem qualifizierten Ausbildungszeugnis?
Einfaches Zeugnis: Nur Art, Dauer und Ziel der Ausbildung. Pflichtinhalt, wird immer ausgestellt.
Qualifiziertes Zeugnis: Zusätzlich Leistung und Verhalten. Muss der Azubi ausdrücklich verlangen – in der Praxis aber fast immer gewünscht und Standard.
Wie ist ein Ausbildungszeugnis aufgebaut?
1. Überschrift: "Ausbildungszeugnis"
2. Stammdaten: Name, Geburtsdatum, Ausbildungsberuf, Ausbildungszeitraum.
3. Betriebsvorstellung: 1-2 Sätze zu Ihrem Unternehmen.
4. Ausbildungsinhalte: Welche Abteilungen durchlaufen? Welche Schwerpunkte? Welche besonderen Projekte?
5. Leistungsbeurteilung: Arbeitsqualität, Fachwissen, Lernbereitschaft, Berufsschulleistungen.
6. Verhaltensbeurteilung: Gegenüber Ausbilder, Kollegen, Kunden.
7. Prüfungsergebnis: Ergebnis der Abschlussprüfung (wenn der Azubi zustimmt).
8. Schlussformel: Beendigungsgrund, Dank, Zukunftswünsche.
Welche Formulierungen entsprechen welcher Note im Ausbildungszeugnis?
| Note | Leistung | Verhalten |
|---|---|---|
| 1 (sehr gut) | "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" | "stets vorbildlich" |
| 2 (gut) | "stets zu unserer vollen Zufriedenheit" | "stets einwandfrei" |
| 3 (befriedigend) | "zu unserer vollen Zufriedenheit" | "einwandfrei" |
| 4 (ausreichend) | "zu unserer Zufriedenheit" | "ohne Beanstandung" |
Was sollten Sie beim Schreiben des Ausbildungszeugnisses beachten?
Zeitnah ausstellen: Innerhalb von 2 Wochen nach Ausbildungsende. Viele Azubis brauchen das Zeugnis für Bewerbungen.
Wohlwollend aber wahrheitsgemäß: Das Zeugnis muss wohlwollend formuliert sein, darf aber keine unwahren Aussagen enthalten.
Individuell formulieren: Copy-Paste-Zeugnisse erkennt jeder Personaler. Gehen Sie auf die individuellen Stärken und Aufgaben des Azubis ein.