Kannst du während der Ausbildung ins Ausland gehen?
Wusstest du, dass du während deiner Ausbildung ins Ausland gehen kannst? Immer mehr Azubis nutzen Programme wie Erasmus+ oder bilaterale Austauschprogramme, um in einem anderen Land Berufserfahrung zu sammeln. Das ist nicht nur ein tolles Erlebnis, sondern auch ein echtes Plus im Lebenslauf.
Laut BBiG können Teile der Ausbildung im Ausland absolviert werden – und zwar bis zu einem Viertel der Ausbildungszeit. Bei einer dreijährigen Ausbildung sind das bis zu 9 Monate.
Welche Programme gibt es für den Azubi-Austausch im Ausland?
Erasmus+ (EU-gefördert)
Das Erasmus+ Programm ist die bekannteste Fördermöglichkeit. Es finanziert Auslandsaufenthalte von 2 Wochen bis 12 Monaten in allen EU-Ländern und einigen Partnerländern. Die Förderung umfasst:
- Reisekosten (Pauschale je nach Entfernung)
- Aufenthaltskosten (abhängig vom Zielland, z.B. 420-520 EUR/Monat in Frankreich)
- Sprachkurs (online oder vor Ort)
- Versicherung über die Mobilitätskarte
Die Bewerbung läuft über deine Berufsschule, deinen Betrieb oder die zuständige Kammer. Du bewirbst dich nicht direkt bei Erasmus+, sondern bei einer Einrichtung, die am Programm teilnimmt.
AusbildungWeltweit (BMBF)
Das Programm AusbildungWeltweit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung fördert Aufenthalte außerhalb Europas – z.B. in den USA, Kanada, Japan oder Australien. Die Förderung deckt Reise- und Aufenthaltskosten ab.
Bilaterale Programme
Zwischen Deutschland und verschiedenen Ländern gibt es bilaterale Austauschprogramme:
- Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW): Austausch mit französischen Betrieben
- Tandem (CZ): Austausch mit tschechischen Azubis
- UK-German Connection: Programme mit Großbritannien
Welche Voraussetzungen gelten für einen Auslandsaufenthalt als Azubi?
- Zustimmung des Betriebs: Dein Ausbildungsbetrieb muss dem Auslandsaufenthalt zustimmen
- Laufende Ausbildung: Du musst dich in einer anerkannten Berufsausbildung befinden
- Grundlegende Sprachkenntnisse: Je nach Zielland sind Basis-Sprachkenntnisse hilfreich
- Antrag bei der Kammer: Der Auslandsaufenthalt muss bei der zuständigen Kammer gemeldet werden
Welche Vorteile bringt dir ein Auslandsaufenthalt in der Ausbildung?
- Sprachkenntnisse: Du verbesserst deine Fremdsprachenkenntnisse immens
- Interkulturelle Kompetenz: Du lernst, mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuarbeiten
- Persönliche Entwicklung: Selbstständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Selbstvertrauen wachsen
- Berufliche Perspektiven: Internationale Erfahrung wird von Arbeitgebern geschätzt
- Netzwerk: Du knüpfst Kontakte in anderen Ländern
Wie bereitest du dich auf den Auslandsaufenthalt als Azubi vor?
- Frühzeitig informieren: Mindestens 6-9 Monate vor dem geplanten Aufenthalt
- Betrieb ansprechen: Erkläre deinem Ausbilder die Vorteile und hole seine Zustimmung ein
- Sprachkurs besuchen: Nutze kostenlose Online-Sprachkurse (z.B. über die Erasmus+ OLS-Plattform)
- Dokumente vorbereiten: Personalausweis/Reisepass, Versicherungsnachweis, Lernvereinbarung
- Unterkunft klären: Viele Programme helfen bei der Wohnungssuche vor Ort
Wie haben andere Azubis ihren Auslandsaufenthalt erlebt?
Viele Azubis berichten begeistert von ihrem Auslandsaufenthalt. Sarah, Industriekauffrau, war 4 Wochen in Spanien: "Es war die beste Erfahrung meiner Ausbildung. Ich habe nicht nur Spanisch gelernt, sondern auch gesehen, wie andere Unternehmen arbeiten. Mein Chef war beeindruckt und hat mich danach direkt übernommen."
Tom, Elektroniker, verbrachte 3 Wochen in Irland: "Am Anfang war ich nervös wegen der Sprache. Aber die Kollegen waren super nett und nach einer Woche lief alles. Ich kann es jedem Azubi nur empfehlen."
Was solltest du dir zum Azubi-Austausch merken?
Ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildung ist einfacher und günstiger als viele denken. Mit Erasmus+ und anderen Förderprogrammen werden die meisten Kosten übernommen. Du gewinnst Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und unvergessliche Erfahrungen. Sprich deinen Ausbilder an und informiere dich bei deiner Berufsschule oder Kammer – der Aufwand lohnt sich!