Warum Netzwerken schon in der Ausbildung wichtig ist
Netzwerken klingt nach Manager in Anzügen auf Konferenzen? Falsch gedacht! Auch als Azubi profitierst du enorm von einem guten Netzwerk. Studien zeigen, dass über 70% aller Jobs über Kontakte und Empfehlungen vergeben werden – nicht über Stellenanzeigen.
Je früher du anfängst, Beziehungen aufzubauen, desto besser stehst du da, wenn du nach der Ausbildung den nächsten Karriereschritt planst.
Dein Netzwerk im Betrieb
Dein Ausbildungsbetrieb ist der beste Ort zum Netzwerken. Hier lernst du täglich Menschen kennen, die in deiner Branche arbeiten:
- Ausbilder und Meister: Die wichtigsten Ansprechpartner – sie können dich empfehlen und fördern
- Gesellen und Fachkräfte: Von ihren Erfahrungen lernen und fachlich profitieren
- Andere Azubis: Eure Wege können sich nach der Ausbildung kreuzen
- Kunden und Lieferanten: Branchenkontakte, die später wertvoll sein können
So knüpfst du im Betrieb gute Kontakte
- Zeige Interesse an der Arbeit anderer Abteilungen
- Melde dich freiwillig für Projekte und Aufgaben außerhalb deines üblichen Bereichs
- Nimm an Betriebsfeiern und Team-Events teil
- Frage erfahrene Kollegen nach Rat und Tipps
- Bedanke dich, wenn dir jemand hilft – Wertschätzung wird nicht vergessen
Netzwerken in der Berufsschule
Die Berufsschule bringt Azubis aus verschiedenen Betrieben zusammen. Nutze das! Deine Mitschüler arbeiten in anderen Unternehmen und kennen andere Arbeitsweisen. Besonders wertvoll:
- Lerngruppen bilden: Gemeinsam für Prüfungen lernen schafft enge Verbindungen
- Erfahrungen austauschen: Wie läuft es bei anderen? Was machen sie anders?
- Kontaktdaten austauschen: WhatsApp-Gruppe der Klasse oder LinkedIn-Vernetzung
Social Media für Azubis
LinkedIn ist das wichtigste berufliche Netzwerk. Auch als Azubi kannst du dort aktiv werden:
- Profil anlegen mit deiner Ausbildung und Interessen
- Ausbilder, Kollegen und Berufsschullehrer vernetzen
- Branchenrelevante Inhalte teilen oder kommentieren
- Unternehmen folgen, die dich interessieren
Manche Branchen nutzen Instagram intensiv – besonders Handwerk, Gastronomie und Kreativberufe. Zeige deinen Ausbildungsalltag und vernetze dich mit anderen Azubis und Betrieben.
Events und Veranstaltungen
- Azubi-Messen: Hier triffst du andere Azubis und potenzielle zukünftige Arbeitgeber
- Innungstreffen und Kammerveranstaltungen: IHK und HWK bieten regelmäßig Events für Azubis
- Tag des Handwerks: Branchenspezifische Veranstaltungen mit Networking-Potenzial
- Ehrenamtliches Engagement: Freiwilligenarbeit bringt dich mit engagierten Menschen zusammen
Mentoren finden
Ein Mentor ist jemand, der mehr Erfahrung hat und dich beruflich begleitet. Das kann dein Ausbilder sein, aber auch ein erfahrener Geselle oder eine Führungskraft im Betrieb.
So findest du einen Mentor:
- Frage direkt: "Darf ich Sie ab und zu um Rat fragen?"
- Zeige Engagement und Lernbereitschaft
- Respektiere die Zeit deines Mentors – konkrete Fragen statt endloser Gespräche
- Halte den Kontakt aufrecht – auch nach einem Abteilungswechsel
Typische Fehler beim Netzwerken
- Nur nehmen wollen: Netzwerken ist Geben und Nehmen – biete auch deine Hilfe an
- Zu aufdringlich sein: Natürliche Gespräche statt Visitenkarten-Regen
- Kontakte vernachlässigen: Ein einmaliges Treffen reicht nicht – pflege deine Kontakte regelmäßig
- Zu spät anfangen: Beginne vom ersten Ausbildungstag an, Beziehungen aufzubauen
Fazit
Netzwerken ist kein Hexenwerk und auch kein Erwachsenen-Ding. Als Azubi hast du täglich Gelegenheiten, wertvolle Kontakte zu knüpfen – im Betrieb, in der Berufsschule und online. Diese Kontakte können nach der Ausbildung den entscheidenden Unterschied machen. Fang heute an!